18.10.16

Hinter den Wolken

Belgien 2016 (Achter de Wolken) Regie: Cecilia Verheyden mit Chris Lomme, Jo De Meyere, Katelijne Verbeke 109 Min. FSK: ab 0

Der reife Liebesfilm „Hinter den Wolken" beweist, dass Flandern nicht nur Dimitri Verhulsts „Beschissenheit der Dinge" oder „Das wahre Sexualleben der Belgier" zu bieten hat. Kurz nach dem Tod ihres Mannes erhält Emma (Chris Lomme) eine Nachricht auf Facebook: „will dich sehen". Der Autor, der früher wunderbare Liebebriefe schrieb, ist Gerard (Jo De Meiere), eine alte Liebe von vor 50 Jahren. Er verzichtet damals für seinen Freund auf Emma. Jetzt steht er wieder mit Rosen unter ihrem Fenster und wirft Steinchen. Emma zögert, fühlt sich bedrängt, doch sie ist laut eigener Aussage „eine Frau, nicht nur eine Witwe". So wird aus dem gemeinsamen Reden und Ausessen eine erste gemeinsame Nacht.

Im Gegensatz zu Andreas Dresens „Wolke 9" entfernt sich die Kamera nach einem humorvollen körperlichen „Realismus Check" und vor dem Sex. Die Annäherung ist sehr rührend. Nach der Vorlage von Michael De Cocks Theaterstück „Achter de wolken" suchen Frauen dreier Generationen nach der echten Liebe. Dabei ist „Hinter den Wolken"- bis auf eine kunstvolle Szene am Ende - ein unaufgeregter, undramatischer Liebesfilm. Um es positiv zu sagen. Die Offenheit der beiden erfahrenen Menschen ist erfreulich. Die Situationen sind realistisch. Dabei stellt sich die Frage, ob ein so wenig verdichtetes Leben ins Kino locken kann. Die Brüder Dardenne, die mit ihrer Lütticher Produktionsfirma „Les Films du Fleuve" das Spielfilmdebüt förderten, stehen für solche einen Realismus. Dass man im Alter nicht aufhören sollte zu träumen, schlägt dann zum Glück noch das Ende vor.

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