27.9.16

War Dogs

USA 2016 Regie: Todd Phillips mit Jonah Hill, Miles Teller, Bradley Cooper, Ana de Armas 115 Min. FSK: ab 12

Wer sich nebenbei fragt, woher all die Waffen für den Massenmord in Syrien kommen, bekommt bei „War Dogs" auch keine Antwort und auch nichts zum Lachen: Anfangs rechnet der Erzähler David Packouz (Miles Teller, der geniale Trommler aus „Whiplash") noch sehr schön auf, wie sehr Krieg ein Geschäft ist. Die Ausstattung eines US-Soldaten wird mit Preisschildern wie im IKEA-Katalog und wie in „American Psycho" auf über 17.000 Dollar addiert. Doch als der Masseur dann, weil er Geld für Freundin (Ana de Armas, sic!) und Baby braucht, mit dem alten Freund Efraim Diveroli (Jonah Hill) eine wenig bekannte staatliche Regelung ausnutzt, nach der sich auch kleine Firmen um amerikanische Rüstungsaufträge bewerben dürfen, wird die vermeintlich Waffen-Satire oder Komödie immer lahmer. Bush Jr. blamiert sich gerade im Irak und das Militär braucht Unmengen an Tötungs-Material für Afghanistan. Davids Karriere entwickelt sich in ein paar Wochen vom Masseur zum Waffenschmuggler, der persönlich Tausende illegale Pistolen von Jordanien in den Irak transportiert. Aber die Hauptfigur ist der wahnsinnige Efraim, ein immerwährender Betrüger, ein Täuscher, der „Scarface" als die Rolle seines Lebens auserwählt hat. Mit seiner sehr, sehr schrägen Lache, irgendwo zwischen Hyäne und Maultier, reißt er zuerst seinen Freund mit, um bald auch ihn ans Messer zu liefern. Als dies wenigstens in den letzten zwanzig Minuten spannend werden könnte, läuft der Film wieder wenig dramatisch weiter, weil uns ja tote Albaner ebenso wenig interessieren wie tote Afghanen.

Wir sollen uns nicht tatsächlich dafür interessieren, wie 100 Millionen Schuss Munition, mit denen selbst die größten Idioten Tausende Menschen umbringen oder verstümmeln können, illegal beim Endverbraucher ankommen. Wir sollen drüber lachen, wie zwei junge Ahnungslose plötzlich in dem mörderischen Geschäft mitmischen. Leider läuft das hier keineswegs satirisch ab. Das hat nicht die erschütternde Schärfe von Nicolas Cage als „Lord of War". Im Gegenteil: Die beiden netten, zur Hälfte recht verrückten Jungs machen eigentlich Image-Werbung für Waffenhändler und -Industrielle, die mit blutigen Händen Milliarden scheffeln.

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