6.9.16

Don't Breathe

USA 2016 Regie: Fede Alvarez mit Jane Levy, Stephen Lang, Dylan Minnette, Daniel Zovatto 89 Min. FSK: ab 16

Tatsächlich hält man die Luft an, bei dem spannendsten Film nicht nur dieser Woche: Drei Jugendliche brechen in einer der verlassenen Gegenden von Detroit in das Haus eines alten Mannes ein. Doch was sie statt des erwarteten Geldes entdecken, lässt sie verstehen, dass die vielen Gitter nicht das Ein- sondern das Ausbrechen verhindern sollen.

Die Sache ist immer ganz einfach: Rocky (Jane Levy), Money (Daniel Zovatto) und Alex (Dylan Minnette) brechen gar nicht wirklich ein, weil Alex über die Sicherheitsfirma seines Vaters den Code der Alarmanlagen kennt. Ein Kinderspiel für die Jugendlichen mit unterschiedlichen Interessen: Money liebt das Abenteuer, macht mehr kaputt als er mitnimmt. Rocky will das Geld, um mit der kleinen Schwester aus ihrer asozialen Familie zu fliehen. Und Alex liebt Rocky. Diesmal - es soll wieder einmal das letzte Mal sein - wollen sie aber alle Geld, das sie bisher liegen ließen, um nicht aufzufallen. Das vermeintliche Opfer ist in dieser Nacht ein alter, blinder ehemaliger Soldat, der für den Tod der Tochter eine sechsstellige Entschädigung kassiert hat. Der bissige Hund ist schnell eingeschläfert, dem schlafenden Mann (Stephen Lang) sprüht man zur Sicherheit Gas ins Zimmer.

Doch während sich die drei an der mehrfach gesicherten Tür zum Keller zu schaffen machen, steht der blinde Mann plötzlich bei ihnen. Er erschießt Money zum Entsetzen der beiden anderen. Meint aber erst einmal, es gäbe nur einen Einbrecher. Denn Rocky vermeidet nicht nur lautes Atmen, sondern auch gernetypisches Gekreisch. Raus kommen Rocky und Alex jedoch nicht mehr. Nur tiefer rein in die Sache, was sie nicht angenehmer macht. Denn nicht nur Österreicher treiben Perverses in ihren Kellern...

Rascher und direkter als die Nacherzählung kommt der Thriller „Don't Breathe" zur Sache. Wenn man in weniger als 90 Minuten eine Geschichte erzählen will, gilt es keine Zeit zu verschwenden. Nehmt euch da ein Beispiel dran, ihr Superhelden in Überlänge! Vor allem ist dies endlich einmal ein raffinierter Thriller. Fast komplett im reduzierten Raum eines Hauses spielend, kann man Einfallsreichtum ausspielen, wenn man ihn denn hat. Werkzeuge werden Waffen und Dunkelheit bringt dem blinden Mann die Oberhand. Die ehemalige Auto-Stadt Detroit sorgt mit ihren erstaunlichen, fast komplett verlassenen und verfallenen Wohnvierteln für die depressive Grundstimmung und die Motivation zum Diebstahl.

Regisseur und Koautor Fede Alvarez realisierte zuvor das Horror-Remake „Evil Dead". Diesmal braucht es nichts Übersinnliches und auch keine künstlichen Schreckmomente. Nur die Abgründe des Menschlichen und der pure Überlebenskampf sorgen für sauber inszenierte Hochspannung. Hauptdarstellerin Jane Levy war schon bei „Evil Dead" dabei und gehört zu den wenigen Gesichtern des B-Movies, die man sich merken sollte. Als blinder Mann kommt der bekannte Stephen Lang („Avatar") mit wenigen Worten aus, macht dabei aber mächtig Angst. Wie der Film „Don't Breathe" insgesamt: Ein Ausnahme- und Vorzeige-Thriller.

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