20.9.16

Der Vollposten

Italien 2016 (Quo Vado?) Regie: Gennaro Nunziante mit Checco Zalone (Checco), Eleonora Giovanardi (Valeria), Sonia Bergamasco 84 Min. FSK: ab 6

Italien beglückt uns mit ihrem Erfolgsfilm sowie einem Ekel und Idioten, Macho und Faulpelz, einem Vollpfosten, der voll an seinem Posten hängt. Checco Zalone (Checco) hat eine reich gefüllte Speisekammer neben seinem Büro bei der Landesverwaltung für Jagd und Fischerei. Doch ein neuer Minister will aufräumen und alle Nichtstuer rausschmeißen. Da als letzte Rettung die Versetzung bleibt und Checcos Gegenspielerin, die Staats-Sekretärin Sironi, eine Entlassungs-Quote zu erfüllen hat, und schickt sie ihn in die entlegensten Gebiete. Das ergibt im vierten Film des Komikers Checco Zalone einen Satire-Rundumschlag zum ganzen Land: In Lampedusa lässt er Flüchtlinge rein, sobald sie gute Fußballer sind, in Südtirol enteignet er für eine Schnellbahn das Land alter Leutchen. Schließlich landet der egozentrische Depp auf einer italienischen Polarstation, wo er sich direkt in eine junge Forscherin verliebt.

Checco ist ein Clown wie Roberto Begnini, allerdings ohne dessen körperliche Komponente und dessen filmische Ambitionen. „Der Vollposten" nimmt das Beamtentum Italiens derbe auf die Schippe, was Deutsche nicht wirklich interessieren muss. Vor allem bei seinem Besuch in Norwegen will der seltsame Protagonist nicht begreifen, dass der Vordermann im Auto auch ohne dämliches Hupen weiterfährt. Ein Kursus in Zivilisiertheit macht aus Checco einen Vorzeige-Öko und -Norweger, doch die Wiedervereinigung von Al Bano & Romina Power ruft unstillbares Heimweh empor. Weiter geht es in der eher sanft satirischen Nummern-Revue, die als Film mit durchgehender Handlung oder Entwicklung komplett scheitert.

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