20.9.16

Bad Moms

USA 2016 Regie: Jon Lucas, Scott Moore mit Mila Kunis, Kristen Bell, Kathryn Hahn, Christina Applegate 100 Min. FSK: ab 12

Es ist eine „Bad"-Tendenz im Hollywood-Film, dass brave Frauen plötzlich beginnen zu saufen und regressiv in Teenager-Verhalten verfallen. So geschieht es auch Amy (Mila Kunis), einer überforderten Helikopter-Mutter, deren Mann ihr online untreu ist und deshalb rausfliegt. Nun wird es Amy endgültig zu viel, sie besäuft sich heftig, bevor sie ebenso heftig – einkauft! Begleitet von einer völlig unterdrückten, vierfachen Mutter, die sogar die Unterwäsche ihres Mannes bügelt, und der typischen Film-Schlampe.

Im Stress, nur noch Chauffeur für die Kinder zu sein, finden sich sicher viele wieder. Aber sehen sie sich dabei auch als Witzfigur eines Slapsticks? Die billige us-amerikanische Komödie auf TV-Niveau „provoziert" mit deftiger Sprache und sexueller Freizügigkeit ... ausschließlich im Wort. Denn schnell dreht sich die Handlung in Richtung eines attraktiven, sympathischen und verwitweten Vaters. Dazu entschließt sich Amy, Präsidentin des täglich tagenden Elternrates zu werden, was zum Zickenkrieg mit der diktatorischen Amtinhaberin führt, die von der ehemaligen Al Bundy-Tochter Christina Applegate gespielt wird. Von wegen Befreiung und Ausleben.

Statt alle Konventionen mit dem „Bad-e" auszuschütten, verpassen es die „Bad Moms", wie die Vorbilder aus „Hangover" und anderen wirklich wilden Filmen, richtig auf den Putz zu hauen. So hängen alle zwischen Beziehungs-Filmchen und wildem Getue im Highschool-Stil. „Bad Moms" ist auf keinen Fall ein Film, den Frau sich angucken sollte, wenn sie die Nase voll von ihrem Alltag hat. Weil sie hier den ganzen Kram noch einmal aufs Butterbrot geschmiert bekommt. Und letztlich bleibt alles wie bisher, nur die Entwicklung zur Latte Macchiato-Mutter ist als „Emanzipation" zu verbuchen.

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