23.8.16

The Shallows - Gefahr aus der Tiefe

USA 2016 Regie: Jaume Collet-Serra mit Blake Lively 87 Min. FSK: ab 12

Eine junge Frau auf einsamem Fels in der Brandung einer noch einsameren Bucht, dazu ein hinterhältiger Hai – mehr braucht der Horror- und Thriller-Regisseur Jaume Collet-Serra nicht für eine Spielfilmlänge Hochspannung: Nancy (Blake Lively), ein perfekt ausgerüsteter Kontroll-Freak, surft aus sentimentalen Gründen in einer abgelegenen Bucht. Hier war auch ihre kürzlich verstorbene Mutter, als sie schwanger war. Ein Wirrwarr aus Gedanken und Gefühlen lässt Nancy dann den Moment verpassen, in dem die anderen Surfer die Bucht verlassen. Und schon beißt er zu, der große Weiße Hai. Die Spannung hat schon viel früher gepackt.

Dieser in aller Reduktion erstaunlich einfallsreiche Thriller um die junge Frau und das Meer ist schnell und schnörkellos, genau wie der Biss, der das Wasser rot färbt. Dabei vermeidet „The Shallows" das übliche Spiel mit verzögertem Angst und Schrecken. Im Gegenteil: Wäre da nicht der Prolog mit erschreckenden Bildern auf einer Sport-Kamera, sähe alles wie ein Surf- und Spaß-Film aus. Die Aufnahmen (Kamera: Flavio Martínez Labiano) sind so eindrucksvoll, dass man fast vergisst, eigentlich wegen dem Hai, dem Schrecken und der Spannung in diesem Film zu sein. Dazu liefert eine halbwegs elegante Integration von Handybildern und einem Video-Gespräch zur Familie gerade genug Ausstattung an Psychologischem, um richtig mit Nancy mitzufühlen.

Oder mit der verletzten Möwe, die mit Nancy auf dem kleinen Fels ausharrt. Ja, „The Shallows" arbeitet äußerst geschickt mit dem Wechsel aus langen Ruhephasen und kurzen Adrenalin-Kicks. Dazu der eindrucksvolle Kadaver eines Pottwals, eine kleine Attacke von „Die Vögel" und ein deftiger Sturz auf ein Riff. Selbstverständlich darf eine Verwundung nicht fehlen, bei denen es Zartbesaiteten schon vor dem provisorischen Zusammentackern übel wird. Blake Lively spielt diese Solo-Nummer sehr gut und vermeidet jede Ähnlichkeit mit kreischenden Horror-Opfern aus Splatterfilmen. Insgesamt gelingt Regisseur Jaume Collet-Serra nach zwei Horrorfilmen und gleich drei guten Thrillern mit Liam Nesson („Run All Night", „Non-Stop", „Unknown Identity") in weniger als 90 Minuten hervorragend inszenierte Hochspannung ohne allzu dämliche Prämissen.

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