1.8.16

Ghostbusters

USA 2016 Regie: Paul Feig mit Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones, Chris Hemsworth 116 Min. FSK: ab 12

Das gleiche Liedchen, aber irgendwas ist anders als vor 30 Jahren, als „Ghostbusters - Die Geisterjäger" Bill Murray, Dan Aykroyd, Rick Moranis und Harold Ramis ihren Erfolg feierten. Im Rahmen einer Revival-Welle mit „Star Wars", Vinyl und Pokemon hoffte die Geister-Produktion darauf, mit ihrem Remake freudig empfangen zu werden. Doch anders als beim „Star Wars"-Hype wandelten sich die Erwartungen in Ablehnung. Dass lässt sich mit Sexismus erklären, weil statt der komischen Helden Aykroyd und Murray nun vier Frauen im Zentrum stehen. Was der neue Film selbst ausführlich aufs Korn nimmt, leider nur mit weiteren lahmen Scherzen. Denn diese Ghostbusterine ist tatsächlich nur mäßig komisch und beschaulich spektakulär. Die witzige Damenriege von „Saturday Night Live" ist allerdings richtig komisch.

Gerade als die nerdige Physikerin Erin Gilbert (Kristen Wiig) ihre ehemalige Freundin Abby Yates (Melissa McCarthy) aufmischen will, weil die ein karrierefeindliches gemeinsames Buch über paranormale Erscheinungen neu veröffentlicht hat, tauchen in New York tatsächlich wieder Geister auf. Mit der peppigen Technikerin Jillian Holtzmann (Kate McKinnon) und Patty Tolan (Leslie Jones) findet sich ein neues Geisterjäger-Team. Es geht gegen einen frustrierten und gedemütigten Außenseiter, der Geistererscheinungen hervorruft, um sich zu rächen. Die Handlung folgt weitgehend dem Original von Regisseur Ivan Reitman, der diesmal nur als Produzent wirkt. Auch die Effekte wirken beim Geisterfangen mit dem elektrischen Lasso recht altmodisch, was als Hommage nett kommt, aber heutzutage wenig Eindruck macht.

Es dauert es eine Dreiviertelstunde, bis Team und Gerätschaften aufgestellt sind, das Logo auf dem Ghostbuster-Mobil klebt und bei einem Hardrock-Konzert das erste Monster gefangen wird. Zeit genug, erst einmal mit der Technik zu kämpfen und ein paar Scherze mit dem Erbe zu treiben. Bill Murray kommentiert seine Nachfolger als unecht, Dan Aykroyd fährt kurz vor, Sigourney Weaver checkt die Geräte. Komischer als die alten Bekannten funktionieren die Vorstellungs-Runden mit den neuen, vor allem mit dem ungeeigneten, ungeschickten, aber super sexy Sekretär Kevin (Chris Hemsworth).

Richtig Schwung bekommt „Ghostbusters 2.0" erst als ein Geist in Melissa McCarthy fährt. Große Geschütze bewahrt sich der Film für die letzten zwanzig Minuten auf, ein Haufen Geballer, ziemlich lieblos angeklebt. Für diesen wenig anspruchsvollen Ansatz sind die Darstellerinnen extrem überqualifiziert. Kristen Wiig legt die exzellente Wissenschaftlerin Erin Gilbert, die sich erst einmal nicht mit dem Paranormalen beschäftigen will, ebenso überzeugend hin wie Kate McKinnon die sehr peppige Technikerin Jillian Holtzmann. Melissa McCarthy ist eher für Clownereien und grobem Humor zuständig. Die Dialoge sind gut geschrieben, auch wenn die nicht die Relativitäts-Theorie erklären wollen. Regisseur Paul Feig hat sich mit seinen letzten Filmen „Spy - Susan Cooper Undercover", „Taffe Mädels" und „Brautalarm" auf Frauen-Humor und auf Melissa McCarthy spezialisiert. Genau das ist das Pfund dieses Films, die Rededuelle sind flott, die Fetzen fliegen nicht durch irgendwelche Gimmick-Gewehre sondern durch freches Mundwerk im Maschinengewehr-Stakkato.

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