15.8.16

Conni & Co

BRD 2016 Regie: Franziska Buch mit Emma Schweiger, Heino Ferch, Iris Berben, Ken Duken, Oskar Keymer 104 Min. FSK: ab 0

Til Schweiger verkauft wieder - sich, seine Tochter und Hundefutter. Schwer zu sagen, was unappetitlicher ist. So erleben wir gelungene Integration: Auch die sprachlich und schauspielerisch völlig ungeeignete Emma Schweiger darf eine Hauptrolle spielen. Sehr schade für den eigentlich guten Kinder-, Jugend-, und Hundefilm „Conni & Co".

Die zwölfjährige Conni (Emma Schweiger) hat es schwer an der neuen Schule: Das Mobbing eines Zicken-Trios tut ebenso weh wie die Treulosigkeit ihres Freunds und Nachbarn Paul (Oskar Keymer). Nur der neue Hund, ein Frodo getaufter Jack Russell Terrier, kann Conni trösten. Der ist allerdings gerade dem Schul-Direktor Möller weggelaufen, der mit dem ungeliebten Tier einen Werbevertrag gewinnen will.

Heino Ferch pfercht als Tierquäler und Kinderhasser mit Halbglatze ein niedliches Viech ein. Gute Voraussetzung für einen Schuldirektor und eine klasse Rolle, in der Ferch glänzt und Götz George ähnelt. Überhaupt wurde bei der ersten Verfilmung eines Buches aus der Conni-Kinderbuchreihe nicht gekleckert: Iris Berben fährt als Oma vor dem Hühnerstall Motorrad, Kurt Krömer gibt als Tierhändler seinem Comedy-Affen Zucker. Die junge Protagonistin zeigt den Jungs, dass sie klüger und mutiger ist. Dabei lernt sie selbst, um Hilfe zu bitten. Schließlich wird Conni durch aufrechtes Verhalten bald von allen anerkannt. Eigentlich eine nette Lehre des neuen Films von Franziska Buch („Emil und die Detektive"), doch mit der kleinen Schweiger funktioniert das nicht richtig.

Nicht nur im Hundwettbewerb spielten Beruhigungsmittel eine Rolle, auch diese Emma Schweiger spricht wie unter Valium und mit minimaler Ausdrucksfähigkeit. Der Begriff Vetternwirtschaft erlebt bald das Schicksal vieler guter deutscher Filme: Er wird ersetzt, durch Tochter- und Schweiger-Wirtschaft. Es ist leider wie bei des Schweigers neuen Kleidern - da traut sich niemand zu sagen, dass die Tochter ebenso schlecht spielt wie Til Schweiger selbst. Hier steht Schweiger überall als Pappaufsteller herum, doch es wird noch schlimmer kommen: Er dreht gerade selbst die Fortsetzung. Das ergibt dann endgültig einen Horror-Film.

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