5.7.16

Tangerine L.A.

USA 2015 (Tangerine) Regie: Sean Baker mit Kitana Kiki Rodriguez, Mya Taylor, Karren Karagulian 88 Min. FSK: ab 16

Nach seinem grandiosen „Starlet" mit der Hemmingway Urenkelin Dree als Porno-Darstellerin stürzt sich Sean Baker mit seinem neuesten, bemerkenswerten Film in das Milieu transsexueller Prostituierten: Zu Weihnachten erfährt die leidenschaftliche und eifersüchtige Transe Sin-Dee Rella (Kitana Kiki Rodriguez), die gerade aus dem Knast kommt, dass ihr Freund und Zuhälter Chester sie mit einer echten Frau betrogen haben soll. Sin-Dee rastet aus und durchsucht die Szene nach Chester und dessen Geliebter. Derweil steht ihre beste Freundin vor einem großen Auftritt.

Wild wie Sin-Dee Rella sind die Dialoge und der Film. „Tangerine" ist eine atemlos rasende Komödie mit viel Herz für seine schrillen Figuren. Kitana Kiki Rodriguez ist in dabei ihrem/seinem Amoklauf eine Offenbarung. An Haaren und Klamotten schleppt sie die Konkurrentin als Beweisstück durch die Nacht. Sogar zum Auftritt ihrer Freundin Alexandra (Mya Taylor), bei dem beide ein Pfeifchen Crack teilen. Die beiden transsexuellen Stars des Films sind auch in Realität Freundinnen. Sie erzählten den Autoren aus ihrem Leben. Ihre einzige Forderung war, dass der Film die Situation afro-amerikanischer transsexueller Sexarbeiterinnen realistisch darstellen und zugleich extrem lustig sein sollte! Sehr schön auch, wie beide Seiten der Scheinwelt Hollywoods gezeigt werden: Der Taxi-Fahrer, der auf Transsexuelle steht und dessen traute, traditionelle Familie. Der Glamour und die Rückseite in den Gassen und Bussen für die Armen. Ein ehrlicher und packender Spaß, der auch als Film das Gegenteil von Hollywood darstellt.

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