11.7.16

StreetDance: New York

USA, Rumänien 2016 (High Strung) Regie: Michael Damian mit Keenan Kampa, Nicholas Galitzine, Sonoya Mizuno 97 Min. FSK: ab 0

„Street Dance", die Neunte? Keineswegs und doch: „StreetDance: New York" klaut sich in Deutschland den Namen einer der erfolgreichen Tanzfilm-Reihen und kopiert das Schema dieses Genres wie alle anderen Trittbrettfahrer von Alan Parkers „Fame". Der Mix aus Klassik und Hiphop dröhnt schon in der ersten Szene durch die Decke. Zu dem (längst nicht mehr vorhandenen) Gegensatz all dieser Tanzfilme wird auch noch die Grundausstattung der Protagonisten deutlich - ausgesprochen! Überdeutlich wie die Reibung des naiven Neulings, der Balletttänzerin Ruby (Keenan Kampa), mit dem rauen Ton der Schule, die Melancholie des Englishman in New York, Johnnie (Nicholas Galitzine), der kein Visa hat und deshalb in der Metro meisterlich Geige spielt. Ruby und Johnnie treffen sich bei einem Dance Battle, er schmettert ihr ins Gesicht: „Wir sind kein Team!". Was uns versichert, dass sie bald sogar ein Paar sein werden.

Knallharte Lehrer als Pappfiguren sowie der übliche Wettbewerb kommen hinzu und man kann das Gehirn abschalten bei diesem Drehbuch auf Autocopy. Dass dem Teenietanz-Genre die funkelnde Erotik des Tangos beigemischt wird, ist erfreulich; dass selbst das Geigenspielen zum Duell wird, nur albern. Aber wenn alle Tanzfilme mit einem Wettbewerb enden, muss man irgendwann glauben, Musik sei auch nur ein Fußballspiel - bei dem man sich am Ende prügelt.

Die schaurig unnatürlichen und krampfhaft fröhlichen Szenen, in denen alle plötzlich in Tanz ausbrechen, sind zum ... zu komisch, um wahr zu sein. Klassische Musik oder Tanz dabei immer nur Dekoration. Sie erfahren jedenfalls nicht die gleiche Sorgfalt wie alles „moderne". Dabei ist die ganze Inszenierung mit „wilden" Klamotten und „gefährlichen" Hiphop-Tänzern selbst längst altbacken, vor allem die Schlussnummer sogar kunstgewerblich.

Bei harmloser Liebesgeschichte mit Mini-Drama bemüht sich auch dieses Crossover, kulturelle Vielfalt auf banale Denk- und Drehbuch-Schemata einzuschränken. Das ist halbwegs erträglich wegen zwei interessanter Gesichter mit guter Mimik und tatsächlich lassen sich wieder ein bis zwei gut choreografierten Tanzeinlagen bewundern. Was für das Genre recht dünn ist.

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