5.7.16

Argentina

Argentinien, Frankreich, Spanien 2015 (Zonda: folclore argentino) Regie: Carlos Saura 88 Min. FSK: ab 0

Unvergessen sind die beiden Girlies, die sich in den Neunzigern „Flamenco" von Saura wegen eines knackigen, gerade populären Tänzers ansahen und, mitten im Publikum, das ganze raue bis hochdramatische Spektrum des Flamenco erleben mussten. Mit teilweise unendlich alten Legenden, die überhaupt nicht „knackig" oder kurzzeitig populär waren, sondern einfach nur erschütternd gut in ihrer Kunst. Sein neuer Musik- und Tanzfilm „Argentina" wiederholt nun die vertraute Studio-Anordnung aus „Flamenco" (1995), „Iberia" (2005) und „Flamenco, Flamenco" (2010): Aus verschiedenen Regionen des riesigen Landes erklingen im Studio herausragende Beispiele von Zamba, Vidala, Chacarera, Malambo Afrika, Copla und Chamamé. Zur sehr persönlichen Auswahl von Saura gehören die Größen El Chaqueño Palavecino, Soledad Pastorutti, Jairo, Liliana Herrero, Luis Salinas, Jaime Torres, Metabombo und das „Ballet Nuevo Arte Nativo de Koki & Pajarín Saavedra". Über Projektionen von Filmen und Bildern im Raum fließen zeitgeschichtliche „Hintergründe" ein. Die verstorbene Mercedes Sosa erhält eine sehr schöne Hommage auf der Studio-Leinwand mit der leisen Begleitung einer Kinder-Klasse. Das ist nicht didaktisch, das ist einfach fantastisch zum Mitfühlen und Erleben. Wie Saura in scheinbarer Zurücknahme jeder Inszenierung allerdings der Musik und den Künstler wortwörtlich diesen Raum schafft und doch so ergreifend mit Kamera und Schnitt gestaltet, ist große Kunst. Tolle Musik, Ethnologie und Filmkunst in einem.

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