29.6.16

Ma Ma

Spanien, Frankreich 2015 Regie: Julio Medem mit Penélope Cruz, Luis Tosar, Asier Etxeandia, Teo Planell 123 Min. FSK: ab 12

Magda (Penélope Cruz) erkennt bei der Vorsorgeuntersuchung an den Blicken des Arztes, dass sie zu spät gekommen ist. Detailliert zeigt „Ma Ma" die Schritte von Diagnose und eiligen Behandlungen. Die gesprächige Frau offenbart zwischendurch ihre schwierige Situation mit baldiger Arbeitslosigkeit und Partner, der sich mit der Geliebten in die Ferien verabschiedet hat. Magda trifft mit der niederschmetternden Diagnose den Fußball-Scout Arturo (Luis Tosar), ausgerechnet als diesen ein schwerer Schicksalsschlag ereilt. Und der behandelnde Arzt, der wunderbar singende Gynäkologe Julian, mit Wunsch, ein Mädchen aus Sibirien zu adoptieren, wird zum Freund. Ganz alleine stellt Magda sich in den Sommerferien der Chemotherapie und Brust-OP. Die Heilung gelingt, der erste Teil hat ein Happy End, im zweiten Teil erweist sich Magda als großartige Kämpferin.

„Ma Ma", ist ein großartiger, wunderbarer Film über eine unglaublich starke Frau. Ein Krankheitsfilm voller Poesie, ohne klebriges Sentiment. Die überragende Penélope Cruz trägt diese harte Frauen-Rolle mutig und produzierte auch den Film mit. Regisseur Julio Medem hatte sich früh mit „Vacas", „Die Liebenden des Polarkreises" und „Lucia und der Sex" als unkonventioneller Kinopoet gezeigt. Immer wieder webt er in „Ma Ma" atmosphärische Momente, Tageträume in die Handlung ein. Das Umfeld sind surreal weiß strahlende Krankenhäuser, eine brutale Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Fußball, da Spanien gerade das EM-Finale gegen Italien gewinnt. Da interessiert niemanden, dass lange Wartezeiten in krank gekürzten staatlichen Krankenhäusern schon mal tödliche Folgen haben. Viele Geschichten und Leben verbinden sich zu einem außerordentlichen „Frauen-Film" jenseits aller Klischees. Ein unbedingt sehenswertes Kino-Ereignis.

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