20.6.16

Bastille Day

USA, Großbritannien, Frankreich 2016 Regie: James Watkins mit Idris Elba, Richard Madden, Charlotte Le Bon, Kelly Reilly 92 Min. FSK: ab 16

Zum falschen Zeitpunkt kam dieser filmische Terror in Frankreichs Hauptstadt sowohl kurz nach den Pariser Anschlägen als auch zur Fußball-Europameisterschaft: „Bastille Day" erweist sich als unglückliche Panikmache rund um den Eiffelturm zum Nationalfeiertag. Panik ist auch das erste Ziel einiger tariflich unzufriedener Polizisten die, gedeckt durch den Geheimdienst, zuerst Bomben legen und dann eine Bank überfallen. Sie arbeiten mit angeblich islamistischen Terror-Attentaten und mit inszenierter Gewalt rechter Idioten gegen muslimische Mitbürger. In die Quere kommen den unsicheren Sicherheitskräften nur der geniale amerikanische Taschendieb Michael Mason (Richard Madden), der aus Versehen die Tasche mit der Bombe klaut, und der in Ungnade gefallene CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba), der alles aufklärt.

Idris Elba („Avengers", „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit", „Thor") macht mit dieser Rolle einen Fehler in seiner Karriere-Planung. Sein „Amerikaner in Paris" ist eine Ein-Mann-Armee, um die man sich keinerlei Sorgen macht. Gut und dicht inszenierte Kämpfe oder eine gelungene Verfolgungsjagd über den Dächern von Les Halles wiegen nicht den Ärger über den hanebüchenen und grobschlächtigen Komplott auf, der beispielsweise in "Triple 9" viel packender verpackt wurde. Leider wird auch diese Action-Komödie mit Buddy-Blödsinn zwischen dem Agenten und dem Taschendieb belastet. Begrenzte Mittel, wenig Personal und kleine Sets müssen nicht schaden, hier passt das jedoch nicht zu einer Attentats-Welle gegen alle Symbole der französischen Nation. "Bastille Day" erweist sich als hoffnungslose Resteverwertung in der Saure Gurken-Zeit des Kinos.

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