29.5.16

Doktor Proktors Zeitbadewanne

Norwegen, BRD 2016 (Doktor Proktors tidsbadekar) Regie: Arild Fröhlich mit Emily Glaister, Eilif Hellum Noraker, Gard B. Eidsvold, Kristin Grue 95 Min. FSK: ab 6

Mit Volldampf startet der norwegische Kinderfilm nach dem erfolgreichen Vorgänger „Doktor Proktors Pupspulver" durch. Diesmal ist nach dem Pupspulver der Schaum das Wichtigste. Denn der typisch wahnsinnige Wissenschaftler Doktor Proktor (Gard B. Eidsvold) ist diesmal nicht nur sympathisch sondern auch noch liebestoll: Er versucht in der Vergangenheit die Heirat seiner großen Liebe zu verhindern. Eine geheimnisvolle Nachricht holt seine jungen Freunde Lise (Emily Glaister) und Bulle (Eilif Hellum Noraker) zu Hilfe.

Während Lise sich 1969, in der Hippie-Vergangenheit von Paris, direkt dem Fall von Doktor Viktor Proktor annähert, landet Bulle wie gewünscht in einem Cancan-Lokal. In der herrlich spaßigen Geschichtsstunde, die „Doktor Proktors Zeitbadewanne" auch ist, verhindert Bulle als Napoleon die mörderische Schlacht von Waterloo, indem er die französische Armee nach Hause schickt. Auch Jeanne d'Arc wird irgendwie gerettet, als sich die norwegischen Helden von einer Zeitreise in die nächste stürzen.

Basis dieses Spaßes ist Jo Nesbøs gleichnamiges Kinderbuch. Nesbø schreibt, ähnlich wie Neil Gaiman, gut in unterschiedlichsten Genres. Was die blutige Krimi-Komödie „Jackpot" und vor allem der knallharte Thriller „Headhunters" bewiesen. „Doktor Proktors Zeitbadewanne" trumpft mit sehr witzigen Science Fiction-Ideen auf, wie der holographischen Nachricht aus der Vergangenheit oder der flotten Animation der Zeitreisen, die glatt mit dem fantasieloseren „Alice im Wunderland hinter den Spiegeln" mithalten kann. Eine Rückblende läuft stilvoll wie beim Stummfilm ab, wobei die Ränder vom Bildschirm mit der Hand verkleinert werden. Dazu bei flotter Agentenfilm-Musik leichte Horror und Thriller-Elemente für Kinder, ganz ähnlich wie beim dänischen „Ant-Boy". Anke Engelke hat für die deutschen Produktionsgelder zwei Kurzauftritte als Hotel Concierge.

Bei der guten Geschichte in flotter Jugendsprache wird etwas Werbung dafür gemacht, Französisch zu lernen. Hexenverbrennung ist nicht ganz so schlimm, wenn man Marshmallows zum Schmelzen mit dabei hat und die zentrale Figur einen Song der norwegischen Band A-ha anstimmt. Aber insgesamt ist auch diese Nesbø-Verfilmung mit dosiertem Slapstick und Klamauk eine Empfehlung für Klein und große Begleitung.

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