24.5.16

Der Nachtmahr

BRD 2015 Regie: Akiz mit Carolyn Genzkow, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Sina Tkotsch, Alexander Scheer 92 Min. FSK: ab 12

Tina ist 17 Jahre alt und im Party-Modus. Das Bild eines seltsamen Wesens erschrickt und fasziniert sie auf einer Poolparty. Fortan erscheint ihr die Kreatur immer wieder, aber die Umgebung kann sie nicht sehen. Es folgen Zusammenbruch, Psychotherapie und Pillen. Doch das blasse, schleimige Ding verschwindet nicht. Ganz real dramatisch wird die Geschichte, als Tina alles empfindet, was man dem Nachtmahr bei der Jagd im Stile von „E.T." antut.

Der Künstler und Filmemacher Akiz versucht gar nicht erst, mit Horror-Elementen oder einer aufwändig getricksten Figur zu arbeiten. Sowohl Tinas eindringliche Verlorenheit unter stroboskopischem Licht als auch das Auftreten des Nachtmahrs sind mit Lynch-artig unartigen, weil verzerrten Blickwinkel einfach gesetzt und glaubhaft. Etwas schauerlich wirken Annäherung und Berührungen schon, doch das Staunen ist stärker als der Schrecken. „Der Nachtmahr" ist ein bemerkenswert mutiger und radikaler Film, dem sein knapper Etat in dieser künstlerischen Konsequenz nicht schadet. Er soll, dazu fordert der Vorspann nach ein paar Warnhinweisen auf, sehr laut abgespielt werden! Unüberhörbar und unübersehbar stark ist seine Geschichte auf jeden Fall.

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