17.4.16

Gods of Egypt

USA, Australien 2016 Regie: Alex Proyas mit Nikolaj Coster-Waldau, Gerard Butler, Geoffrey Rush, Brenton Thwaites 128 Min. FSK: ab 12

„Gods of Egypt", die Götter Ägyptens, machten vor allem auf sich aufmerksam, weil irgendwas an ihrer Hautfarbe nicht stimmen sollte: Es gab Proteste, weil der Darsteller des Gottes Horus ethnisch nicht im richtigen Ton wie ein alter Ägypter gebräunt war. Die Beschwerdeführer sind wahrscheinlich die gleichen Leute, die Othello immer von einem Schwarzen gespielt sehen wollen, um ausgerechnet dadurch auszudrücken, dass die Hautfarbe KEINE Rolle spielt.

Dass ein Däne als Witzfigur auf Ägyptens Thron sitzen soll und andere Unzulänglichkeiten spielt aber nur eine Nebenrolle in einem mit viel Geld produzierten, sehr nebensächlichen Film: Am Tag seiner Inthronisierung wird der verkaterte ägyptische Gott Horus (Nikolaj Coster-Waldau) von seinem Onkel Set (Gerard Butler) gestürzt. Der verbannte und seiner Laser-Augen beraubte Thronfolger verbündet sich mit einem sehr menschlichen Meisterdieb Bek (Brenton Thwaites), um die Diktatur Sets zu beenden. Der gerissene Mensch will als Belohnung seine Geliebte Zaya (Courtney Eaton) aus dem Totenreich zurück erhalten.

Dieser reizlose Mix aus Mythos und Fantasy erstaunt vor allem mit banalem Geschwätz („Leben ist eine Reise"). Lichtschwerter, aufgepimpte Dune-Würmer und Kram aus mehreren alt-ägyptischen Epochen konkurrieren mit billigen Effekten um viele Punkte im Trash-Wettbewerb. Das ist alles jetzt schon so albern wie alte Sandalen-Filme nach einigen Jahrzehnten. Völlig übertriebene Sphinx-Animationen, eine Art Robocop aus der Wüste und mechanische Automaten als Wächter-Ersatz in einem Tresor mit ziemlich moderner Sicherheitsanlage, das passt alles nicht zusammen und qualifiziert sich früh für die Verleihung zum schlechtesten Film des Jahres.

Götter sind in diesem Film erst mal viel größer als Menschen und verhalten sich wie Boxer im Morgenmantel bis sie sich dank digitaler Tricksereien in metallische Tier-Wesen transformieren. Dann geht die Prügelei mit Flügeln oder Klauen einfach weiter. Göttlich! So ist Größe albern, weil nicht gespielt sondern herbeigetrickst. Am schlimmsten anzusehen bei Geoffrey Rush als Sonnengott Ra, der auf einer Art Space Station täglich eine dunkle Bedrohung der Sonne bekämpft. Und Murmeltiere wahrscheinlich auch.

Gerard Butler kann sich in solchen Filmen immer noch nicht von seiner spartanischen „300"-Rolle als Haudrauf im Ledertanga lösen. Da steht - selbst ohne vorherige Krankheit wie bei Silvester Stallone - die Mimik einem weitergehenden Ausdruck immer im Wege. Wirklich eindrucksvolle Götter wie in Neil Gaimans „Gods of America" sind nicht zu erleben. Wenn man an den Horus in Enki Bilals Comicreihe „Alexander Nikopol" sowie der Verfilmung „Immortal" zurückdenkt, muss man angesichts dieses überzogenen Wedelns mit digitalen Kostümen und Kulissen echt weinen. Auch der Vergleich zu des Regisseurs toller Fantasy „Dark City" aus 1997 fällt vernichtend aus.

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