5.4.16

Gestrandet (2016)

BRD 2016 Regie: Lisei Caspers 78 Min. FSK: ab 0

Fünf Flüchtlinge aus Eritrea stranden mitten in Ostfriesland, in dem 1500-Seelen-Dorf Strackholt. Die Einheimischen wollen ihnen ernsthaft und stolz die regionale Albernheit Boseln beibringen - ein besoffenes Kegeln auf der Landstraße. Diese Auftakt-Szene zeigt eine der gutgemeinten, oft peinlichen Bemühungen der freiwilligen Helfer. Die Verständigung ist schwer, die Beteiligung am gemeinsamen Volkslauf scheitert mal an der Pünktlichkeit. Von dem Grauen der Flucht wird nur wenig erzählt, wobei ausgerechnet der gehörlose Eritreer mit Gebärdensprache noch am meisten erzählt.

Es Landeskunde über Eritrea beim Kaffeeklatsch, denn die Ureinwohner sind dunkelhäutige Menschen „auch in der Anzahl" nicht gewohnt. Die Regisseurin erwischt einen engagierten Ex-Lehrer, als er „Negerkuss" sagt. Auch wenn „Gestrandet" sehr offenherzig von ersten Vorbehalten und Ängsten, überfallen zu werden, erzählt, geht es ihm nicht um das Bloßstellen oder das Wiederholen bekannter Fronten. Über ein Jahr lang wird in kurzen Momentaufnahmen die deprimierende Entwicklung für die Flüchtlinge während langer Monate des Wartens festgehalten. Diese langsamen bürokratischen Mühlen bekommen selbst den größten Enthusiasmus klein, aber nicht die Hoffnung der stoischen Ostfriesen: Im Epilog erfahren wir von neuen Flüchtlingen und unermüdlichen Helfern, die viel gelernt haben.

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