28.3.16

The Finest Hours

USA 2016 Regie: Craig Gillespie mit Chris Pine, Casey Affleck, Ben Foster, Eric Bana, Holliday Grainger 117 Min. FSK: ab 12

„Schiffe versenken" erwies sich immer mehr als recht einfallsloses Genre, wenn man den isländischen Film „The Deep" von Baltasar Kormákur außer Acht lässt: „Titanic" war eine überlange Katastrophe und nur im Abgang unterhaltsam. Wolfgang Petersens „The Perfect Storm" aus 2001 war nur das Vorspiel für seinen Karriere-Untergang mit „Poseidon" 2006. Nun blendet das biedere Untergangs-Filmchen „The Finest Hours" zurück zum Februar 1952 als ein gewaltiger Sturm auf die Küste von New England trifft. Mit glatt heldischen Figuren, als hätte es nie einen rebellischen James Dean auf der Leinwand gegeben, geht es hinaus in die haushohen Wellen, in denen es einen Tanker eindrucksvoll in der Mitte auseinander gerissen hat. Sowohl auf der Nussschale, die als Rettungsboot herhält, als auf dem Riesenschiff werden zwei stille, unsichere Männer, die in schwerer See Führung übernehmen, nach oben gespült.

Chris Pine („Star Trek") gibt den sehr schüchternen und nicht gerade schlagfertigen Retter Bernie Webber. Er muss vor seiner Hochzeit noch ein altes Trauma überwinden und beweisen, dass man es über die gefährliche Sandbank schafft. Der Einzelgänger und Maschinist Ray Sybert (Casey Affleck) versucht derweil, ohne Hydraulik-Steuerung auf eine Sandbank aufzulaufen und eine Meuterei zu verhindern. Nachdem die erste Hälfte Schiff stilvoll und ruckzuck versenkt wurde, nimmt sich der sichere Kurs aufs unausweichliche Happy End eine ganze Filmlänge Zeit. Chris Pine gibt den einfältigen, aufrichtigen und gradlinigen Kerl im Jimmy Stewart-Stil. Da passt es, dass seine Verlobte (Holliday Grainger) erst stürmisch in der Rettungs-Zentrale aufläuft, um in Anpassung an den stillen Hafen der Ehe später brav das Essen aufzutischen. So bleibt vom Disney-Stürmchen etwas Romantik und das Wellenreiten veritabler Schiffe in haushohen Brechern, realisiert mit ein paar akrobatische Einlagen der Kamera.

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