5.3.16

London has fallen

Großbritannien, USA, Bulgarien 2016 Regie: Babak Najafi mit Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Angela Bassett, Melissa Leo 99 Min. FSK ab 16

Zuerst wird London in die Luft gejagt, dann ein schäbiger Rohbau voller Pappmache-Wände. Selten ging einem vermeintlichen Action-Spektakel bei den Schauwerten derart die Luft aus. Auch dass der spartanische Schauspieler Gerard Butler als Bruce Willis-Kopie durchfällt, trägt zum Missfallen dieses dünnen Action-Durchfalls bei.

Mitten in einem atemlosen, kaum mal innehaltenden Action-Galopp doch ein interessanter Gedanke: Die sogenannten Terroristen bringen denen, die irgendwo weit weg ferngesteuert Familien auslöschen, den Krieg zurück nach Hause. Der US-Präsident soll für all die Menschen, die er weltweit hat morden lassen, diesmal selbst den Kopf hinhalten. Politiker, die wirklich mal Verantwortung übernehmen und nicht nur mit viel Geld zurücktreten – interessante Idee! Diese schrecklich gerechte Handlungsweise wird allerdings umgehend mit ihrem Sprecher diskreditiert. Ist doch nur ein Waffenhändler ... genau wie die US-Regierung.

„London has fallen" ist schon wie der Vorgänger „Olympus has fallen" inhaltlich und politisch sehr sinnlos. Dafür laut: Schon der US-Drohnenangriff auf eine pakistanische Hochzeit macht gleich ein ganzes Viertel samt Bewohner platt. Die Rache dafür ist raffiniert. Der Tod der englischen Premiers lockt reihenweise Staats- und Regierungsleiter nach London, die Schauwerte der City führen zu massig Exekutionen und Explosionen. Nur US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) kann dank seines neurotischen Leibwächters Mike Banning (Gerard Butler) in den Untergrund einer brennenden und besetzen Stadt fliehen. Wobei nach lustigem touristischen Feuerwerk, das man oft deutlich als Computer-Effekt erkennt, das Finale in einem billigen bulgarischen Filmstudio stattfindet.

Dass eine Drohne mal nicht aus Versehen eine Hochzeit massenmordet, ist wohl eher schlechter Witz als Zynismus. Auch der Rest ist nach lautem Auftakt in Bild und Ton vor allem schlecht. Gerard Butler wirkt im Anzug deplatziert wie ein Kneipenschläger als Sicherheits-Chef. Vor allem in den nur peinlichen Scherzen zwischen Staats-Chef und Butler scheitert der Versuch einer „Die Hard"-Kopie kläglich. Das Muskelberg-Double aus „300" ist viel zu eindimensional selbst für diese Rolle im einseitigen Fach des harten Kämpfers in Folge von Willis oder Clint Eastwood.

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