15.3.16

Lolo

Frankreich 2015 Regie: Julie Delpy mit Julie Delpy, Dany Boon, Vincent Lacoste, Karin Viard 100 Min. FSK: ab 6

In ihrer sechsten Spielfilm-Regie nimmt Julie Delpy den Kampf mit dem Ödipus-Komplex auf: Sie spielt selbst die frustrierte, überarbeitete Zicke Violette aus Paris, die im Wellness-Urlaub an der Küste den vermeintlichen Dorftrottel Jean-René Graves (Dany „Sch'tis" Boon) kennen und lieben lernt, als der ihr einen frisch gefangenen Thunfisch in den Schoss schmeißt. Beim Wiedersehen in Paris, liegt aber ein anderer Mann bei ihr im Bett: Ihr 19-järiger Sohn Lolo (Vincent Lacoste) hat sich unangekündigt einquartiert und startet direkt einen offenen Kampf mit dem Konkurrenten um die Aufmerksamkeit von Mama.

Der „kleine Lolo", der „Hase", zeigt sich als verwöhnter, arroganter, snobistischer Teenager und startet simple Psychospielchen mit dem Neu-Pariser, lässt heftigst den Ödipus raushängen, streut Juckpulver auf die Klamotten des Widersachers. Das triggert Juckreiz, aber auch die Panik bei der hypochondrischen Violette. Alles vorhersehbar und vor allem von Vincent Lacoste, dem Darsteller des Lolo, auf dem Niveau einer Laienaufführung gespielt.

Enttäuschend, was die Schauspielerin Julie Delpy (aus der „Before ..."-Trilogie, die 2013 mit „Before Midnight" endete) da hinlegt, aber noch viel enttäuschender, wie sich die Regisseurin, Autorin und Produzentin Delpy auf so eine Banalität einlässt. „Lolo" ist so viel schematischer als die eigenen geistreichen Beziehungskomödien „2 Tage New York" (2011) oder „2 Tage Paris" (2006). Da will man nur noch einmal den großartigen Ödipus „Cyrus" mit Jonah Hill, John C. Reilly und Marisa Tomei sehen.

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