29.3.16

Im Himmel trägt man hohe Schuhe

Großbritannien 2015 (Miss you already) Regie: Catherine Hardwicke mit Drew Barrymore, Toni Collette 113 Min. FSK: ab 6

Eine Krebs-Komödie? Was „Ich und Earl und das Mädchen" auf dem Jugendsektor hinbekam, versucht die gereifte und arrivierte Regisseurin Catherine Hardwicke mit der rührenden Tragik-Komödie „Im Himmel trägt man hohe Schuhe". Sie erzählt, wie die langjährige Freundschaft von Jess (Drew Barrymore) und Milly (Toni Collette) durch die Krebserkrankung von Milly auf die Probe gestellt wird. Die enge Freundschaft lebt in glaubhaft natürlichen Dialogen auf, die nach der Diagnose voller doppelter Bedeutungen sind. Plötzlich werden die Brüste noch viel wichtiger und auch noch die üppig wuchernden Haare. Zuerst erzählt Milly es weder Mann noch Kindern. Dann gibt es eine kleine Animation für die Kinder, die Begeisterung für Chemo-Therapie auslöst. So funktioniert auch der nicht klein zu kriegende Humor, wenn das komödiantisches Genie Drew Barrymore sich die Brech-Schale als Hut aufsetzt oder in einer treffende Episode männlicher Unfähigkeit vor Millys Zusammenbruch.

Das eigentliche Drama der Freundschaft zweier Frauen mit zwei schönen Beziehungen ist die scheinbare Unvereinbarkeit von Krebs mit der schwer erkämpften Schwangerschaft von Jess. Szenen voller Liebe und unbändiger Lebenslust fangen alle Probleme, etwa mit dem Sex nach der Brust-Entfernung, auf.

Regisseurin Catherine Hardwicke gelang nach ihrem Debüt „Dreizehn" (2003) sowohl das Teenie-Drama „Twilight - Biss zum Morgengrauen" (2008) als auch das Neo-Märchen „Red Riding Hood" (2011). Nun gelingen ihr immer wieder tolle Szenen und insgesamt eine Achterbahn der Gefühle, dich sich zu einem grinsenden Dauerheulen ergeben sollen. Ganz schön mutig, die Emotionen fast bis zum Melodrama hochzuschrauben. Was manchem viel zu viel sein wird und vor allem bei Frauen zur glückseligen Tempoberge-Erzeugung führen kann.

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