22.3.16

Heart of a Dog

Frankreich, USA 2015 Regie: Laurie Anderson mit Archie, Jason Berg, Heung-Heung Chin 75 Min.

Die Künstlerin Laurie Anderson („Hey Superman!") erzählt in ihrem zweiten Kinofilm mit ihrer einzigartigen Stimmlage und begleitet von ihrer unvergleichlichen Musik wundervolle, poetische, kleine und verrückte Geschichten. Sie kreisen alle um Abschiede, denn 2011 starben kurz hintereinander ihr Mann Lou Reed, ihre Mutter und ihr über alles geliebter Foxterrier Lolabelle. Wobei als Zugang und Hauptperson der Hund herhält. Der zeitgeschichtliche Hintergrund für die Multi-Künstlerin bildet das New York nach den Anschlägen von 9/11. So entstand ein faszinierender Essay, ein facettenreicher Kunstfilm, eine Tiergeschichte und immer wieder ein wenig larmoyanter, aber auf ganz eigene Weise rührender Abschied.

Wo große Hollywoodfilme bevorzugt mit nur einer Idee auskommen und Hundertmillionen Dollar verschwenden, ist hier das Verhältnis umgekehrt: Unzählige, unbezahlbare Ideen und Gedanken. Andersons blinder Hund, der Piano spielt, zum Beispiel. Oder Weisheiten ihres spirituellen Lehrers und die Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Selbstverständlich die Tonspur der multimedialen Künstlerin und eine Folge von reizvollen Bildern ganz unterschiedlicher Herkunft, vom Rennen eines blinden Hundes am Strand zu Ludwig Wittgenstein und dann zur Geschichte der Dokument-Speicherung beziehungsweise -Überwachung. Ein einzigartiges, wunderbares Kunststück voller Leben und Kreativität.

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