28.3.16

Eddie the Eagle

Großbritannien, USA, BRD 2015 Regie: Dexter Fletcher mit Taron Egerton, Hugh Jackman, Christopher Walken 106 Min. FSK: ab 0

Eine Witzfigur als Protagonist des üblichen Sporthelden-Films - das kann nur unfreiwilliger Trash und endgültige Veralberung eines Tollpatsches ergeben. Dass aus dem Leben des eher kläglichen britischen Skispringers Michael Edwards tatsächlich ein leidlicher Wohlfühlfilm wurde, ist die langweiligste Lösung.

Ein kleiner Junge mit quietschender Beinschiene wartet in einem britischen Kaff an der Bushaltestelle. Michael Edwards ist auf dem Weg zu den olympischen Spielen in Rom ... bis ihn sein Vater wieder einmal heimholt. Der kleine Träumer bleibt auch mit geheilten Beinen höchstens im Versagen olympiareif. Als ihn das britische Ski-Team aussortiert, bleibt Michael (Taron Egerton) nur eine der exotischsten der Exotischen Randsportarten: Skispringen. Denn da gibt es keinen nationalen Konkurrenten und kein Qualifikations-Grenze. Er muss nur einen Sprung überleben, was - wegen der deutschen Filmproduzenten im Team - zum Aufbruch nach Garmisch-Partenkirchen führt. Der übliche versoffene Trainer (Hugh Jackman), der eine gescheiterte Karriere hinter sich hat, bringt ihm die Grundlagen bei und gegen jede Wahrscheinlichkeit schafft es Michael „Eddie" Edwards 1988 zu den Spielen von Calgary und wird in zwei Wettbewerben umjubelt Letzter.

Dass dieser Film exakt nach der Wintersportsaison startet, ist passend: Irgendwie sehr ungeschickt, wie es Eddie Edwards immer war und deshalb in seinen 15 Minuten Berühmtheit geliebt wurde. Der Film könnte Spaß machen, wenn man ihn weniger ernst nähme, als er es selbst tut. Schon die erste Melodie klingt hymnisch und wie es endet, wissen wir ja. Für Eddie und den Humor des Films gilt: Selbst ein blindes Huhn hebt auch mal ab. Doch der Witz erschöpft sich schnell, der Film wird lang und länger. Nicht wie ein guter Skisprung, sondern wie ganzer Winter-Sonntag mit Curling, Rodeln und anderen tollen Sportarten für Berg- und Höhlenbewohner.

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