15.3.16

Die Bestimmung - Allegiant

USA 2016 (The Divergent Series: Allegiant) Regie: Robert Schwentke mit Shailene Woodley, Theo James, Jeff Daniels, Miles Teller 120 Min. FSK: ab 12

Es passiert eine Menge, die Handlung jagt mit Riesensprüngen voran, doch Veronica Roths „Bestimmung"-Romantrilogie kommt auch im dritten Film nicht zum Ende. Der Filmproduzent teilt das Buch wieder auf, um zweifach zu verdienen. Das Ergebnis „Die Bestimmung - Allegiant" ist ein unbefriedigendes filmisches Holterdiepolter, das man sich bis zum endgültigen Finale im Jahr 2017 gut sparen kann.

Die 16-jährige Tris (Shailene Woodley) hat die Grenzen der aufgeteilten Gesellschaftsordnung im post-apokalyptischen Chicago niedergerissen. Doch die Mauer zur Außenwelt wird von der neuen Führung direkt geschlossen und es beginnt eine Terrorherrschaft wie bei der Französischen Revolution mit Hinrichtungen vor jubelnden Pöbel. Tris will dem entfliehen und ihrer im letzten Teil offenbarten, mysteriösen Bestimmung folgen. Zusammen mit der bekannten Gruppe von Freunden überwindet sie in aufwändigen Action-Sequenzen die Mauer, durchwandert unter Blutregen die zerstörte Umwelt der „Randzone", um hinter einem Tarnschirm eine faszinierend futuristische Welt zu entdecken.

Aber auch hier ist alles kontrolliert, die Menschheit in „Reine" und „Unreine" eingeteilt. Tätowiert wird dieser Makel nicht mit Nummer auf dem Arm, sondern modern mit Barcode. Es dauert etwas, bis die auserwählte Tris begreift, wie zynisch das Experiment der Übermenschen mit den totalüberwachten Versuchskaninchen in Chicago umspringt. Dann darf die Action wieder alles retten in einem Finale, dass erstaunlich abgeschlossen wirkt.

Der deutsche Regisseur Robert Schwentke findet sich nach richtig guten ersten Werken („Eierdiebe", „Flight Plan") mit seinem zweiten Bestimmungs-Film erneut „Lost in Computereffekte". Das sieht teilweise sehr eindrucksvoll aus, die Science Fiction-Ideen hängen die Großklötze des Genres mit Mini-Drohnen und äußerst verführerischen virtuellen Realitäten um Längen ab. Die Sets aus oft heruntergekommenen Industrieanlagen um den Flughafen Chicagos als schillernde Zentrale einer gen-gläubigen Gesellschaft machen mit und ohne Computerhilfe viel her (Kamera: Florian Ballhaus).

Zudem beinhaltet „Die Bestimmung" weiterhin kleine, wertvolle politische Lehrstücke. Diesmal wird einer Rache-Justiz das Konzept von Reue und Vergebung gegenübergestellt. Auch Klassengesellschaften jeder Art sind eindeutig als Quell von Übel markiert. Alles sehr interessant und inhaltlich überdurchschnittlich für das Genre des Jugendfilms. Aber dramaturgisch geriet es mehr als holperig. Die eigentliche Handlung fließt nie organisch und als starke Verbindung zwischen den einzelnen Elementen und Schauwerten. Da musste wohl das Buch wohl zu sehr eingekürzt werden. Weiterhin ist zu wenig bis gar kein Charisma bei der Hauptdarstellerin Shailene Woodley zu vermelden, bei viel Talent drumherum (Theo James, Jeff Daniels, Miles Teller). Hier kann man nur auf die Fortsetzung der Fortsetzung hoffen - und auf einen Directors Cut, der besser funktioniert.

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