7.2.16

Sisters (2015)

USA 2015 Regie: Jason Moore mit Amy Poehler, Tina Fey, James Brolin, Dianne Wiest, John Leguizamo 118 Min. FSK: ab 12

Verwöhnte Gören, die mittlerweile zur Kategorie 40+ gehören, müssen endlich das Chaos ihres Kinderzimmers aufräumen. Kennt man vielleicht, doch wie die Abrissparty im elterlichen Haus ausartet und was die beiden Schwestern sonst noch so aufräumen, macht diese deftige Frauen-Komödie tatsächlich unterhaltsam. Was auch an den Profis der legendären „Saturday Night Live Show", den Hauptdarstellerinnen Amy Poehler und Tina Fey, liegt. Sie führen den Humor auf bescheuerte Abwege.

Den „Ausverkauf der Kindheit" beschreien Maura (Amy Poehler) und Kate (Tina Fey), angesichts des bereits vollzogenen Verkaufs des Elternhauses. Papa (James Brolin) und Mama (Dianne Wiest) haben die Nase voll von den anstrengenden Mädchen, die auch mit Vierzig nicht erwachsen werden wollen. Nun ist Ruhestand, nur das seit Jahrzehnten überfüllte Kinderzimmer muss noch leergeräumt werden. Mit kindischer Protesthaltung will der beleidigte Nachwuchs aber noch einmal eine Party im Haus durchziehen. Auch weil die chaotische Kate meint, auch Maura müsse einmal Sex in ihrem Kinderzimmer gehabt haben. Es bräuchte gar nicht des Vorlesens alter Tagebücher, um den Gegensatz zwischen der rücksichtslos egoistischen, sexlüsterne Lebefrau und der braven Mutter Theresa aufzuziehen. Diesmal soll es jedoch anders werden: Kate will eigentlich nicht, aber wird nüchtern bleiben, während sich Maura erstmals gehen lassen darf. Mit bis zur Absurdität ordinärer Anmache ist dafür schon ein Nachbar ausgemacht worden...

Eine koreanische Schaumparty, ein in der Pubertät steckengebliebener Scherzkeks voller Drogen, der Pool voller blauer Farbe - „wir feiern wie die Wikinger, weil wir wissen, dass wir heute schon sterben könnten". Allein die Aufzählung der Drogen qualifiziert „Sisters" als weibliche Blutsverwandte von männlich pubertären Bad Taste-Orgien wie „Superbad" oder „Project X". Das „Project X" für Ü40 trinkt sich die Midlife-Crisis schön, vergisst mal den Frust, über ein eigenes Leben, das feststeckt, bevor es eigentlich losging. Denn im Gegensatz zu den saufenden, koksenden, vögelnden und kotzenden Komödien der unreifen Männer, gibt es hier angesichts eines Raumes voller tickender Uhren ernstzunehmende Lebensbetrachtungen.

Und vor allem einen Humor, der nicht von der Hollywood-Stange kommt. Dafür steht neben den ehemaligen „Saturday Night Live Show"-Stars Amy Poehler und Tina Fey auch die Drehbuchautorin Paula Pell („Immer Ärger mit 40"), die aus der gleichen Qualitäts-Ecke kommt. Das macht aus der anzüglichen Komödie zeitweise echte Comedy, beispielsweise beim zu verständnisvollen und damit völlig idiotischen Dialog mit der koreanischen Fußpflegerin. Oder bei der klassischen Ankleide-Szene, die gleich mehrfache Parodie wird. Deshalb lautet der entscheidende Dialog des Films: „Ich hab nachgedacht..." - „Wieso?".

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