7.2.16

Dirty Grandpa

USA 2016 Regie: Dan Mazer mit Robert De Niro, Zac Efron, Zoey Deutch, Aubrey Plaza 102 Min.

Nach den ordinären Komödien für Frauen - siehe „Sisters" - zeichnet sich eine neue Welle ab: Ordinäre Senioren. Das könnte man gleich mit dem anderen Mist eintopfen, wenn DeNiro es nicht schaffen würde, sogar dieser dumpfen Gröhl-Vorlage noch etwas Klasse zu geben.

Anwalt Jason (Zac Efron) hat ein großes Herz, weshalb er seinen frisch verwitweten Großvater Dick (Robert De Niro) nach Daytona kutschiert. Dass der Senior gar nicht so pflegebedürftig ist und zum orgiastischen Spring Break will, um nach 40 Jahren Ehe endlich wieder wilden Sex zu haben, erfährt der spieße Jason erst auf der chaotischen Tour. Ein cooler, völlig amoralischer und ungezügelter Rentner und ein Langeweiler, der selbst seine begeistertste Studien-Bekanntschaft vertreibt - diese unpassende Paarung ist Grundausstattung auch dieses Buddy-Movies. Dass die folgenden Exzesse ausführlich gezeigt werden und auch irgendwann Jasons kontrollsüchtiger Verlobten Meredith unter die Augen kommen, wird höchstens einen Kinobesucher vom Mars überraschen. Routine mittlerweile auch, wie Jason dank vieler Drogen doch noch in Schwung kommt. Also insgesamt eine total neue, in den kühnsten Koks-Konferenzen noch niemals entwickelte Idee...

Robert DeNiros Grandpa gibt sich abwechselnd als Professor oder Golf-Lehrer aus, säuft dauernd und wenn er den Flachmann mal absetzt, flucht er deftigst. Seinen verklemmten Enkel bezeichnet immer als lesbische Tochter, einen schwulen Bekannten macht er kurz und knapp runter. Ein Saufwettbewerb zu „Freude schöne Götterfunken", eine Swastica aus Penissen auf der Stirn als Party-Scherz, ein halbes Kamasutra schon auf der Tanzfläche abgearbeitet. Reihenweise krampfhaft herbei geführte peinliche Situationen, die selbstverständlich direkt ins Gefängnis führen. Regisseur Dan Mazer, Autor, Produzent und Regisseur von „Brüno", „Der Diktator" oder „Borat", hakt alle Stationen dieses Unterhaltungs-Formats ab, ohne dass irgendwas davon organisch oder locker wirkt. Grandpas Obsession, unbedingt mit einer Studentin ins Bett gehen zu müssen, ist ebenso uninteressant wie die aufgeregten Versuche Jasons, ihn daran zu hindern. Die Emanzipation eines Hampelmannes von seiner lieblosen, diktatorischen Verlobten soll eine romantische Komponente ankleben. Doch das Erstaunlichste an diesem völlig unnötigen Komödien-Versuch ist, wie alles an DeNiro abgleitet.

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