19.1.16

Valley of Love

Frankreich, Belgien 2015 Regie: Guillaume Nicloux mit Isabelle Huppert, Gérard Depardieu 93 Min. FSK: ab 0

Die Heilige und der Ketzer des französischen Films machen aus dem berühmten Death Valley ein „Valley of Love", ein Tal der Liebe. Das geht bei den Erwartungen an Isabelle Huppert und Gérard Depardieu garantiert nicht ohne seelische Blessuren ab. Sie spielen ein schon lange getrenntes Paar, das durch den Selbstmord des gemeinsamen Sohnes und einer von diesem hinterlassenen Handlungsanweisung auf eine gemeinsame Reise gehen. Für den Fall, dass sie seiner Reiseroute folgen, kündigt er mysteriös als Belohnung seine Rückkehr an. So hocken Isabelle (Huppert) und Gérard (Depardieu) festgelegte Zeitspannen an touristischen Brennpunkten des berühmten Death Valley, warten auf nichts, schwitzen, reden oder auch nicht.

Der Autoren-Regisseur Guillaume Nicloux, Spezialist für Unkonventionelles, vertraut ganz auf das immense schauspielerische Können von Huppert und Depardieu, die eindrucksvolle Landschaft und die Öde der Motels. Depardieu gibt mit Hawaii-Hemden und sehr knappen Shorts ein sensibles Ungetüm, einen schwitzenden Koloss in der Wüste, der sich nicht an die Anweisungen dieser persönlichen Pilgerfahrt halten will. Huppert, zuletzt noch besonders eindrucksvoll im übersehenen „Louder than Bombs", anämisch und fragil seit ihrem ersten Auftritt als „Spitzenklöpplerin", bringt ihre typisch hysterischen Anfälle. Es gibt zärtliche Erinnerungen aber auch routiniertes voneinander genervt sein. Dann zunehmender Ausschlag an beiden Körpern und seltsame Erscheinungen.

Die kongenial schwebend eingesetzte Komposition „The Unanswered Question" von Charles Ives („Der schmale Grat") verrät schon das offene Ende eines Films, der keineswegs an ein Ziel kommen will.

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