31.1.16

Robinson Crusoe (2016)

Belgien, Frankreich 2016 Regie: Vincent Kesteloot 90 Min. FSK: ab 0

Wie sähe eigentlich das bekannte Stranden von Daniel Defoes „Robinson Crusoe" aus der Sicht der schon vorhandenen Inselbewohner aus? Damit sind jetzt mal nicht Freitag und sein Kannibalen-Stamm gemeint – wir sind hier im Kinderfilm - sondern die tierischen Ureinwohner. Der neueste Animationsfilm des flämischen Trick-Zauberer und -Innovators Ben Stassen reiht am Strand neben dem, nun ja: federführenden Papagei auch noch mit Tapir, Ziege, Gürteltier, Stachelschwein, Chamäleon und Kolibri eine witzige Truppe auf. Bis auf den Papagei blickt man dem Fremden Robinson und seinem Hund skeptisch entgegen. Doch nach viel witzigem Hin und Her hilft man sich erst und freundet sich dann an. Wenn da nicht garstige Quertreiber aus dem Bauch des gestrandeten Schiffes wären: Zwei Katzen wollen vor allem den Menschen loswerden...

Der belgisch-französische Zeichentrick „Robinson Crusoe" überrascht mit schillernden und detaillierten Zeichnungen ... von sehr einfach angelegten Figuren. Dass ein dickes, gutmütiges Tapier-Tier in der Synchronisation mehr schlecht als recht unbedingt von Ilka Bessin alias Cindy aus Marzahn gesprochen werden muss, und der trottelige Ziegen-Zottel von Hallervorden mit Honig im Kopf oder in der Stimme, verstärkt die Eindimensionalität, die selbst kindliches Zielpublikum unterfordert.

Bei einer kleinen Achterbahn-Fahrt durch die Klippen oder dem stürmischen Schiffs-Geschaukel erkennt man, dass Ben Stassen mit seiner Brüsseler Firma nWave einmal Marktführer auf dem Gebiet der Rides war, dem filmischen Durchrütteln in Freizeitparks. Fast fotorealistische Momente oder komische Gesichter wie aus Robert Zemeckis' Animationen „Eine Weihnachtsgeschichte" oder „Der Polarexpress" sehen tatsächlich aus wie von einem wesentlich reicheren Filmstudio fabriziert. Schon bei Stassens früheren Produktionen und Regiearbeiten („Das magische Haus", „Sammys Abenteuer", „Fly Me to the Moon") konnte man über die tricktechnische Qualität staunen. An Seele fehlte es auch diesen einfachen Geschichten. So kommt zwar das Gleichnis zu Angst oder Neugierde vor dem Unbekannten kindgerecht rüber, doch diese flachen Figuren wird man nicht ins Herz schließen.

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