13.1.16

Cemetery of Splendour

Thailand, Großbritannien, Frankreich, BRD, Malaysia, Südkorea 2015 (Rak ti Khon Kaen) Regie: Apichatpong Weerasethakul mit Jenjira Pongpas Widner, Banlop Lomnoi, Jarinpattra Rueangram 122 Min. FSK: ab 0

Der thailändische Cannes-Sieger, Regisseur und Künstler Apichatpong Weerasethakul („Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben", 2010) bringt einen besonders traumhaften Film in Kino: In einer zum Krankenhaus umgebauten Schule liegen Soldaten, die an einer mysteriösen Schlafkrankheit leiden. Eine junge Frau, die Geister von Mordopfern oder Verschwundenen kontaktiert, ist ein Medium, über das die Verwandten Fragen stellen. Zur Farbe der neuen Küche beispielsweise. Jan, eine ältere Frau, pflegt freiwillig den schlafenden Itt und kommt ihm während kurzer Wachphasen näher. Und draußen gräbt ein Bagger die Wiese um.

Wie schon in früheren Filmen von Weerasethakul existieren Traum und Realität gleichrangig, Götter und Menschen leben miteinander. Da setzen sich ganz selbstverständlich zwei Geister-Prinzessinnen erst unerkannt mit an den Tisch. Ein Friedhof der Könige von vor 2000 Jahren befände sich unter der Schule, erzählen sie. Und die Könige bräuchten die Körper der Soldaten für ihre Kämpfe. Doch so viel die Bagger auch graben, hier kommt kein Horror zutage. Es herrscht ein friedliches Miteinander - beruhigend, wohltuend anregend und von ganz eigener Schönheit. Nur die Allgegenwart von wachenden und schlafenden Soldaten startet automatisch politische Gedanken zu Thailand, das gerade wieder von einer Militärregierung kontrolliert wird. „Cemetery of Splendour" ist wieder ein sehr ruhiger Film, der dadurch fesselt, dass man auf jedes Detail, jedes Hintergrund-Geräusch achtet.

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