27.12.15

Sture Böcke

Island 2015 (Hrutar/Rams) Regie: Grímur Hákonarson mit Sigurdur Sigurjónsson, Theodór Júlíusson 93 Min.

Wie bei der enorm wichtigen Wahl zum Schafsbock des Jahres der eine Bruder den anderen mit einem halben Punkt Unterschied schlägt, macht alles klar: Dies ist eine perfekt eingespielte Feindschaft mit wortloser Disharmonie. Gummi (Sigurdur Sigurjónsson) und Kiddi (Theodór Júlíusson) leben in einem abgelegenen isländischen Tal direkt nebeneinander und sprechen seit vierzig Jahren nicht mehr miteinander. Da überbringt halt der Hund die Rechnung für zerschossene Fenster. Doch die komischen Käuze lieben ihre Schafe - tatsächlich, jetzt ganz ohne Spott und hinterhältige Bedeutung. Als eine tödliche Krankheit bei Kiddis Schafen ausbricht, ist das ganze Tal in seiner Existenz, also in seinen Schafen bedroht. Gummi bringt selbst alle seine 164 Tiere um. Ein entsetzliches Bild für die Veterinäre. Der sich der flächendeckenden Keulung
widersetzende Kiddi wird hingegen von der Polizei abtransportiert. Doch als schließlich ein paar letzte Überlebende gerettet werden können, müssen sich die Brüder helfen ... in einem dramatischen Kampf mit den Elementen.

„Sture Böcke" ist nicht nur eine dieser Komödien über schrullige Nordländer oder Kelten. Ohne viele Worte kommt zwar auch dieser nordischen Filme aus, aber sein hohes Maß an Respekt für die Protagonisten verzichtet auch auf billige Scherze. Mit Staunen und wachsendem Interesse nähert man sich diesen Sonderlingen - selbst in einer sonderbaren Gesellschaft - an. Und das Sonderbare wird auch nicht im Stile vieler Wohlfühl-Komödien aufgelöst. Gummi und Kiddi behalten - was bei diesen Namen und ihren Norweger-Pullovern echt schwer ist - die Würde ihrer Eigensinnigkeit. Wofür man dem ruhigen und schönen Film dankbar ist.

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