3.11.15

Dürrenmatt - Eine Liebesgeschichte

Schweiz 2015 Regie: Sabine Gisiger 76 Min. FSK: ab 6

25 Jahre nach seinem Tod lässt Sabine Gisiger den Menschen, Denker, Schriftsteller und Maler Friedrich Dürrenmatt in dieser Dokumentation aufleben. Der Autor von „Der Besuch der alten Dame", „Die Physiker", „Der Richter und sein Henker" oder „Das Versprechen" wird privat gezeigt mit vielen Gedanken über die eigene Arbeit. Im Zentrum des Films steht die bisher unbekannte Liebesgeschichte von Friedrich Dürrenmatt und seiner Frau Lotti Dürrenmatt-Geissler. 40 Jahre lebten die beiden in einer engen Beziehung: Kein Werk, das er nicht mit ihr diskutierte, keine Probe, auf die sie ihn nicht begleitete. In späteren Jahren wurde die Beziehung zunehmend problematisch. Nach Lottis Tod 1983 stürzte Dürrenmatt in eine tiefe Krise, aus der er sich mit der neuen, großen Liebe zur Schauspielerin Charlotte Kerr befreite.

Regisseurin Sabine Gisiger kombiniert die Interviews mit Dürrenmatts Kindern und der Schwester mit Ausschnitten einer älteren Dokumentation und vielen Stückchen aus Dürrenmatt-Verfilmungen. Die Schwester Vroni Dürrenmatt (91) und seine Kinder Peter Dürrenmatt (66) und Ruth Dürrenmatt (64), die zum ersten Mal öffentlich über den Vater reden, zeigen die private Seite: Für Dürrenmatt stellte der Humor die einzige Möglichkeit dar, Distanz zu einer Welt zu nehmen, die er schwer erträglich fand und oft schwer ertrug. Aber wenn man die Wahl zwischen zwei Todesarten habe, so Dürrenmatt, solle man sich nicht zu Tode ärgern, sondern sich lieber zu Tode lachen. Die klassische Dokumentation zeigt mehr den Menschen als den genialen Kreativen und ist so eine schöne Gelegenheit sich Dürrenmatt und seinen Texten noch einmal zu anzunähern.

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