6.10.15

Wochenenden in der Normandie

Frankreich 2015 (Week-Ends) Regie: Anne Villacèque mit Karin Viard, Noémie Lvovsky, Jacques Gamblin, Ulrich Tukur, Aurélia Petit 90 Min.

Diese „Wochenenden" zeigen episodisch das Leben zweier Familien, die zwei Ferien-Häuser gegenüber besitzen. Nachdem ihr Mann Jean (Jacques Gamblin) sie mitten in der Nacht verlässt, ist Christine (Karin Viard) noch im nächsten Winter völlig durch den Wind. Die Hysterie steigert sich, weil Jean auch mit seiner neuen Freundin Pascale (Aurélia Petit) die Wochenenden im einst gemeinsam gekauften Haus nutzt. Derweil führen Sylvette (Noémie Lvovsky) und Ulrich (Ulrich Tukur) eine konstant langweile Beziehung, wenn auch die emotionale Ausbrüche Christines selbst die gesetzte Nachbarin erschüttern.

Die „Wochenenden in der Normandie" sind vielsagende Begegnungen, die ein ganzes Leben, zumindest einen großen Teil, wiedergeben wollen. Es sind die Echos großer Dramen, die Zusammenfassungen schleichender Veränderungen. Sie zeigen eine manchmal reizende, aber insgesamt eher schwerfällige Entwicklung. Wenn man auch auf die Gesellschaftskomödien von Eric Rohmer verweisen kann, fehlt hier die Leichtigkeit. Trotz der Besetzung mit der großartigen Komödiantin und Regisseurin Noémie Lvovsky, der immer wieder fantastischen Karin Viard, die diesmal mit herrlich stummen Wutanfällen bei der Trennung ein kleines Meisterwerk für sich hinlegt. Jacques Gamblin braucht nicht viel zu tun, Tukur fällt als deutscher Gast deutlich ab, darf aber am Ende ein Liedchen singen.

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