5.10.15

Landraub

Österreich 2015 Regie: Kurt Langbein 91 Min. FSK: ab 0

Circa 500.000 Menschen seien in Kambodscha von Landkonflikten betroffen oder bereits vertrieben worden. Die Regierung hat 65 Prozent der gesamten Anbaufläche Kambodschas an Konzerne vergeben. Unglaubliche Zahlen und Schicksale sammelt Kurt Langbein in seiner „Landraub"-Dokumentation aus Kambodscha, Indonesien, Äthiopien, Sierra Leone und Rumänien. Da vertreibt der Zucker-Konzern eines Senators die einstigen Bauern aus ihren Hütten, die direkt niedergebrannt werden. Und erst ein EU-Programm gründete diese vorher nicht existente Zuckerindustrie. Ausländische Konzerne kaufen großflächig Land in Rumänien und bekommen anscheinend einen Großteil der EU-Förderung. Kleine Bauern erhalten so gut wie nichts, dadurch werden alte Strukturen zerstört. Landwirtschaft als Kapitalanlage hat viele Gesichter: Palmöl in Indonesien, Zuckerrohr in Sierra Leone. Oder der obszöne Reichtum in Dubai mit Gold auf der Vorspeise und Tomaten von darbenden afrikanischen Pflückern eines holländischen Farmers.

Das ist Futter für die schon Überzeugten und Informierten, eine Bebilderung der Ansicht, dass die Welt ist schlecht und ungerecht ist. Oft, wie beim angeblich unvorteilhaften Energieverbrauch der Großfarmen bleiben Behauptungen nur Behauptungen ohne Gegenstimmen. Auch wenn Firmenvertreter brav die Vorteile und Vorsichten ihrer Konzerne vortragen. Das Gezeigte ist interessant, aber filmisch nicht herausragend, denn immer müssen Texteinblendungen nachhelfen. So ist ein mit Kamera bewaffneter buddhistischer Mönch symptomatisch: So präsentiert bleibt der Kampf gegen Landraub eine Glaubenssache.

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