27.10.15

Im Sommer wohnt er unten

BRD, Frankreich 2015 Regie: Tom Sommerlatte mit Sebastian Fräsdorf (Matthias), Alice Pehlivanyan, Godehard Giese, Karin Hanczewski 100 Min. FSK: ab 12

Matthias (Sebastian Fräsdorf) bewohnt mit seiner französischen Freundin Camille (Alice Pehlivanyan) das Ferienhaus seiner Eltern an der Atlantikküste. Der Sommer wird unterbrochen durch die verfrühte Ankunft des auf Anhieb ekelhaften, extrem egoistischen großen Bruders David (Godehard Giese) mit dessen Frau Lena (Karin Hanczewski). Der Spießer im Polohemd wirft den lässigen Kiffer Matthias direkt aus seinem Zimmer und kommandiert ihn wie einen Angestellten herum. Auch der Sohn von Camille muss sofort verschwinden, meint der Laune- und Spaß-Verderber. Doch hinter der Fassade des guten, erfolgreichen Sohnes, der die Faulenzer antreibt, versteckt sich ein verschuldeter und abhängiger Zocker. Aber Matthias lässt alles mit sich machen, weil die Eltern nicht wissen sollen, dass seine Freundin ein Kind hat. Camille wiederum wehrt sich und provoziert Eifersucht auf beiden Seiten...

Nach einer erfolgreichen Festivaltour kommt das deutsche Spielfilmdebüt „Im Sommer wohnt er unten" nun ins Kino. Wieder mal entladen sich deutsche Familien-Spannungen am Pool südlicher Ferienwohnungen wie unter anderem auch in Maren Ades „Alle Anderen". Diesmal sorgen ganz seltsame, nicht unbedingt nachvollziehbare Zwänge und Regeln vom ersten Treffen an für mehrfache Spannungen. Der Film von Tom Sommerlatte ist reizvoll fotografiert, gut gespielt aber alles andere als überraschend in der Entwicklung. Interessanterweise arbeitet auch diese Konflikthäufung mit einer familiären Druckkammer, die das Drumherum völlig austauschbar und nebensächlich macht. Es ist sicher auch dem knappen Produktionsetat geschuldet, aber das Kammerspiel unter blauem Himmel bleibt so letztlich auf Schauspiel und Dialoge beschränkt.

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