22.9.15

Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste

USA 2015 (Maze Runner: Scorch Trials) Regie: Wes Ball mit Dylan O'Brien, Kaya Scodelario, Giancarlo Esposito, Patricia Clarkson, Lili Taylor 130 Min. FSK: ab 12

Geht es jetzt in den 12 Distrikten gegen Diktator Donald Sutherland, im Labyrinth gegen die Organisation WCKD (= wicked, böse) von Ava Paige oder zwischen den fünf „factions" gegen die Alleinherrscherin Kate Winslet? Die Kinowelt für abenteuerlustige Jugendliche ist einerseits verwirrend und in der Wiederholung des gleichen Schemas bei „Maze Runner", „Die Tribute von Panem" und „Die Bestimmung – Divergent" recht übersichtlich. So wie die Nachrichten aus der echten Welt eigentlich. Es bleibt abzuwarten, ob ein so sozialisierter Jugendlicher sein Leben demnächst als Dreiteiler samt gewinnbringendem Teil Dreieinhalb versteht.

Mit einem doppelten Rückblick des jungen Helden Thomas in die Kindheit, beim Abschied von der Mutter, und zum ersten Film, in die Prüfung im Labyrinth startet die Fortsetzung von „Maze Runner" nach den Jugend-Romanen „Die Auserwählten" von James Dashner. Das Rätsel, was mit der Welt draußen los ist, bleibt. Auch wenn Thomas und seine Truppe dem Labyrinth entronnen sind. Weiter sind die Jugendlichen medizinischen Experimenten in mysteriösen Einrichtungen von WCKD ausgesetzt. Und wieder kann der aufmerksame Thomas seine Freunde in letzter Minute retten.

Im Gegensatz zum unmittelbar verständlichen und packenden Prinzip des Labyrinths aus Teil eins, in die man ohne Umschweife sekundenschnell geworfen wurde, ist die Situation nun unübersichtlich und die Entwicklung mühsam. Erst nach dreißig Minuten landen die „Auserwählten" in unwirtlicher Umgebung. Nun wechseln sich bei der Suche nach sagenhaften Rebellen und einer besseren Welt Wüste und verwüstete Städte ab. Immer wieder geht es in Kellerräume und Industrieruinen, das spart Produktionskosten. Dort werden die „Scorch Trials", die Experimente auf verbrannter Erde nun auffällig zu „Torch Trials", zum Gerenne mit Taschenlampen.

Überhaupt das Gerenne: „Maze Runner" in der Brandwüste gehört zu den Filmen, die wie dämlichste Parodien alles unnötig kommentieren: Rennt los, beeilt euch, rennt rein, los komm. Der mäßige Abenteuerfilm könnte ohne diesen nervigen Blödsinn eine Stunde kürzer und etwas packender sein. Packend ist auch keine der jugendlichen Rollen, nur die unterschiedlichen Führer und Verführer haben anständige Leinwandpräsenz, die über schrecklich hohle Dialoge hinweg hilft. Das schaffen auch kurz eindrucksvolle Bilder vom verwüsteten New York und wenigstens eine gelungene Action-Szene mit Zombie-Verfolgung in escherartigem Hochhaus-Labyrinth.

So ziellos wie die Truppe und Thomas sind auch Handlung und Thematik. Der Jugendliche lernt wieder, dass er keiner Autorität blind vertrauen sollte. Aber die Geschichte mit den Viren, die alles Menschliche zu Zombies macht und nur ein paar Jugendliche immun lässt, bleibt ein ansonsten sinnloses Handlungskonstrukt.

Dass Patricia Clarkson als weiße Mörderin Ava Paige - die drittbeste von den drei aktuellen Diktatoren im Jugendfilm - mit „Ich bin kein Monster, ich bin Doktor" einen Mengele-Satz loslässt und nach dem Motto „Koste was es wolle" forscht, ist ein etwas zu schwerer Tobak für solch ein wirres Filmchen. Wenigstens das offene Ende mit seinem großem Geballer der Einfallslosigkeit hat ein Ziel: Der dritte Teil „Maze Runner – The Death Cure" ist für Anfang 2017 geplant.

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