22.9.15

Der Vater meiner besten Freundin

Frankreich 2015 (Un Moment d'Égarement) Regie: Jean-François Richet mit Vincent Cassel, François Cluzet, Alice Isaaz, Lola Le Lann 106 Min. FSK: ab 12

Beste Leser, liebe Freunde, am besten baue ich hier noch drei „Beste" ein und dann müsste der Pulitzer-Preis ziemlich sicher sein, denn so was mit "Beste" hieß doch auch der Erfolg aus Frankreich, „Ziemlich beste Freunde". Und deshalb heißt auch dieser Film in Deutschland was mit „Beste" und „Freunde", auch wenn französischer Titel und Inhalt ganz anders sind. Ist dort das Publikum intelligenter oder wird es nur nicht so sehr für blöd verkauft?

Der zweitbeste Schauspielerin aus dem „Besten"-Film ist zumindest dabei: François Cluzet spielt Antoine, der mit seinem Freund Laurent (Vincent Cassel) und den jeweiligen Töchtern auf Korsika Urlaub macht. Der strenge, biedere und mürrische Antoine ist als Ehemann unfähig, die Trennungssignale seiner Frau zu verstehen, die derweil auf Ibiza abfeiert. Er bekommt auch nicht mit, dass seine 17-jährige Tochter Louna (Lola Le Lann) den besten Freund verführt hat. Laurent bereut den Fehler einer Vollmondnacht, wird aber von der sehr naiv verliebten Louna erpresst.

Eine Lola spielt Louna im (Voll-) Mond (franz: lune) - ja, hier ist alles offensichtlich. Das Lolita-Klischee stammt noch vom gleichnamigen Original Claude Berris („Aller Anfang macht Spaß") aus dem Jahr 1977. So dumm hat schon lange keine junge Frau mehr auf der Leinwand verführen wollen. Zusätzlich ärgerlich sind die völlig reizlose Inszenierung und zwei deplatzierte Darsteller: Cluzets Antoine ist zu sehr auf Trottel gestrickt. Vincent Cassel tritt mit typisch rauem Dreitage-Äußeren auf, sein cooler Laurent ist aber ein Jüngelchen ohne Rückgrat. Immerhin ist er nicht völlig veraltet - wie dieser Film.

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