22.9.15

Am Ende ein Fest

Israel, BRD 2014 (Mita Tova) Regie: Sharon Maymon, Tal Granit mit Ze'ev Revach, Levana Finkelstein, Aliza Rosen 93 Min. FSK: ab 12

Das Leben in israelischen Altersheimen scheint lustig und würdevoll zu verlaufen. Doch das Ende darf dann auch dort nicht selbstbestimmt sein: Yana bittet den befreundeten Appartement-Nachbarn Yehezkel, das Leben ihres Mannes mit den unstillbaren Schmerzen auf dessen Wunsch hin zu beenden. Der raffinierte Erfinder Yehezkel bastelt darauf eine Selbsttötungsmaschine, die den Patienten selbst den Knopf drücken lässt. Mit Hilfe weiterer, herrlich komisch bemühter Freunde gelingt die Sterbehilfe. So gut, dass weitere, bewegend geflehte Anfragen extrem verzweifelter Ehepartner auf sie zukommen. Diese sehr komödiantische und rührende Hilfe zur Selbsthilfe wird ernster, als Yehezkels demente Frau Levana nicht einverstanden ist, und aufgrund der Tat das Vertrauen in ihren Mann verliert.

Sterbehilfe ist in diesem wunderbaren israelischen Film in vielen Nuancen nicht nur „ein Thema", sondern ein ausgespielter Schrei der Verzweiflung an eine Gesellschaft, die ein selbstbestimmtes Ende nicht zulässt. Gleich eine ganze Riege hervorragender Schauspieler sowie ein kluge und gekonnte Inszenierung vermeiden jede Grobheit. Dabei singen die Leid- und Lach-geprüften Figuren in einer Musical-Einlage auch mal über das Land ihrer Träume. Und ein Polizist hat große Probleme, diesen Alten seine Strafzettel anzuhängen: Mal bricht das ganze Auto in Heulkrämpfe aus, mal bekommt Yehezkel eine Panikattacke. Dass der Schöpfer der Selbstmord-Maschine schon in einer anderen, umwerfenden komischen Szene Gott spielte und dann andererseits seine geliebte Frau nicht sterben lassen kann, zeigt die Spannweite, die der überraschend unterhaltsame und niemals sentimentale Film bietet.

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