18.8.15

Broadway Therapy

USA, BRD 2014 (She's funny that way) Regie: Peter Bogdanovich mit Imogen Poots, Owen Wilson, Kathryn Hahn, Will Forte, Rhys Ifans 94 Min. FSK: ab 0

Die „Broadway Therapy" beginnt mit einem alten Song und sogar mit einem Darsteller - Owen Wilson - wie bei Woody Allen, stammt aber von Bogdanovic. Der ist mit „Paper Moon", „Die letzte Vorstellung" und „Isʼ was, Doc?" auch schon seit den Siebzigern dabei und immer noch für eine exzellente Screwball-Comedy gut, eine sehr komische „Pretty Woman", bei der sich die Stars gegenseitig aus dem Bild drängeln. Stilecht ist der rasante Boulevard-Start mit unglaublichen Mehrfach-Verstrickungen: Broadway-Regisseur Arnold Albertson (Owen Wilson) gönnt sich vor den nächsten Proben noch mal eine Prostituierte, der er danach 30.000 Dollar bietet, wenn sie diesen Job sein lässt und ihre wahren Träume realisiert. Am ersten Tag ihres neues Lebens trifft diese Isabella (Imogen Poots) beim Vorsprechen ausgerechnet auf Arnold. Ihre Partnerin ist Arnolds Frau, seit langer Zeit erstmals auf der Bühne, und ihre Rolle dann auch noch die eines Call-Girls, was die Texte verwirrend doppeldeutig macht. Rhys Ifans spielt ganz wunderbar den Vierten im Bühnen-Bunde: Er hat die Affäre im Hotel beobachtet und genießt die Verwirrung.

New York erweist sich als kleines Dorf, das scheinbar nur ein italienisches Restaurant hat, in dem sich dann wirklich alle wieder treffen: Auch Isabellas ehemaliger Kunde, ein obsessiver, alter Richter, oder die extrem egozentrische und unfähige Ersatz-Therapeutin (umwerfend: Jennifer Aniston) von fast allen. Das ist dann unglaublicher als unglaublich, aber auch unfassbar komisch, wenn immer mehr erfolgreiche Frauen auftauchen, die Arnold mit seinem „Finde dein Glück"-Spleen beglückt hat. Dazu gibt es die alten Bogdanovic-Stars wie Cybill Shepherd sowie Nebenrollen für Michael Shannon als Polizisten und Quentin Tarantino, der die scheinbar gar nicht so dumme Verführerphrase von den „Squirrels to the Nuts" filmgeschichtlich einordnet. Wes Anderson („Grand Budapest Hotel") und Noah Baumbach („Gefühlt Mitte Zwanzig") haben mitproduziert, so kommt zu dem exzellenten, nicht immer gewürdigten Können Peter Bogdanovichs auch ein Touch Moderne und die herrlich leichte Broadway-Komödie ist perfekt.

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