3.8.15

About A Girl

BRD 2014 Regie: Mark Monheim mit Jasna Fritzi Bauer, Heike Makatsch, Aurel Manthei, Simon Schwarz 106 Min. FSK: ab 12

Ist es dieses allgemeine Leiden, das sich Pubertät nennt, oder ein spezieller Lebensüberdruss, der die 15-jährige Charleen (Jasna Fritzi Bauer) in die Wanne treibt? Dort steht sie mit den Füßen im Wasser, den Föhn schon in der Hand ... als sie eigentlich doch nicht mehr nicht mehr will. Dazu ruft die beste Freundin endlich an, aber zu spät: Ein blöder Ausrutscher mit Kopfverletzung und Rettungswagen bringt Charleen reichlich Erklärungsnot für die nächsten Wochen ein.

Wie erklärt man der besorgten Mutter (Heike Makatsch), deren veganen Biolehrer-Freund (Simon Schwarz), dem Papa, der nach Jahren besorgt noch mal auftaucht, und allen anderen, dass eigentlich schon gar kein Selbstmord mehr geplant war? Es aber andererseits es auch irgendwie egal ist...

Es ist recht schwierig, so einen misslungenen grundlosen Selbstmord zu erklären - auch für die deutsche Jugendbefindlichkeits-Komödie „ About A Girl" - nicht im geringsten verwandt oder verschwägert mit Nick Hornby. Selbst wenn die Dialoge ganz gut und fast flott daherkommen, reicht das nicht. Vor allem kennt man nicht nur Cobain und Winehouse von der Posterwand, auch all die Versatzstücke der Geschichte sind mehr als vertraut: Klar, das Praktikum im Bestattungsinstitut und die Polaroids toter Tiere sollen komisch morbide wirken. Aber weder Todessehnsucht noch neu erwachte Lebensfreude wegen erster Liebe (mit Emo-Geklampfe der Tonspur) sind überzeugend, weder Freundschaft noch Streit mit der blonden, oberweiten-fixierten Freundin glaubhaft. Da steht man selbst im (Kunst-) Regen, der Charleen immer überfällt.

Irgendwie gab es solche Geschichten schon öfters und viel besser. Vom poetisch morbiden „Harold and Maude" bis zuletzt Gus van Sants „Restless". Und selbst die geklaute gute Idee wurde nicht überzeugend ausgeführt. Jasna Fritzi Bauer könnte vielleicht sogar besser spielen, Heike Makatsch kreiselt als Mama im Chaos der Ebay-Verkäufe und Psychoprobleme herum und hin auf die große Ich-liebe-meine-Tochter-Rede vor der klischeehaften Jugendamt-Zicke. Nein, diese Familie hat nicht wirklich Probleme - dafür aber und deshalb der höchstens nette Jugendfilm.

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