28.7.15

Still the Water

Japan, Frankreich, Spanien 2014 (Futatsume no mado) Regie: Naomi Kawase mit Nijirô Murakami, Jun Yoshinaga 121 Min. FSK: ab 6

Die Japanerin Naomi Kawase gehört zu den ganz großen Poetinnen des internationalen Festivalkinos. Bereits für ihr Debüt „Moe no suzaku" erhielt sie 1997 in Cannes die „Caméra d'Or" und dann 2007 den Großen Preis der Jury für „Mogari No Mori - Der Wald der Trauer". Nun erzählt sie in „Still the Water" die Geschichte der zärtlichen aber schwierigen Annäherung zweier junger Menschen und ihrer Familiendramen.

Kyoko stürzt sich immer direkt mit der Schuluniform ins geliebte Meer. Kaito hat hingegen Angst und Respekt. Sie fahren gemeinsam zur Schule und sehr vertraut zusammen auf seinem Rad durch den Ort, an der Küste entlang. Dann ein verwegener Kuss von ihr, das Gespräch vorher auf Sex gebracht, weil das ja so sei, wie mit dem Wasser vereinigt zu sein. Doch der introvertierte Kaito kommt nicht über die Trennung seiner Eltern hinweg. Seine Freundin Kyoko muss sich mit dem nahenden Tod ihrer schwer kranken Mutter auseinandersetzen. Kyoko muss ihrerseits mit dem Abschied von der schwer kranken Mutter fertigwerden.

Trotz dieser Dramen verbreitet „Still the Water" immer wieder herrliches Sommergefühl, angereichert mit schönen Einblicken in das Leben an der japanischen Küste. Dies ist ein Muss von Film, schon allein wegen der wunderbaren Wasser-Aufnahmen. Hier sprechen Pflanzen, Landschaften und Panoramen ebenso zur Kamera wie die Figuren. Das weltweit gefeierte Meisterwerk ist vielfältig faszinierend wie kaum andere Filme. Dabei gleichzeitig dicht und ruhig.

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