27.7.15

Ooops! Die Arche ist weg...

BRD, Irland, Belgien,Luxemburg 2015 (All Creatures Big and Small / Ooops! Noah is Gone...) Regie: Toby Genkel 87 Min. FSK: ab 0

Sehr bunte Plüschtiere und plüschig animierte, richtige Tiere beleben die Welt knapp vor der Sintflut. Doch keine Sorge: Ein Löwe, das Nashorn und ein Flamingo organisieren das recht bürokratische Einchecken auf der Arche von Noah (der nie zu sehen sein wird). Die Fahrgäste sind aufgeteilt in Karnivoren und Vegetarier, für die Reise gilt ein zeitweises Verbot, andere Passagiere zu verspeisen. Doch der jugendliche Nestrier Finny und sein Vater Dave müssen draußen bleiben.

Nestrier? Nie gehört? Ja, es gibt in „Ooops! Die Arche ist weg..." ein paar schillernde Wesen, die uns unbekannt vorkommen - logisch, denn sie hatten halt keine Fahrkarte für die Arche! Doch der niedlich trottelige Papa Dave schafft es, sich auf das Rettungsboot zu schmuggeln, indem es sich als grimmiger Grymp ausgibt. Was dem ebenfalls alleinerziehenden Grymp-Weibchen in der gemeinsamen Kreuzfahrt-Kabine mächtig auf die Nerven geht. Richtig sauer wird sie allerdings, als klar wird, dass der Nestrier-Junge Finny zusammen mit dem Grymp-Mädchen Leah die Abfahrt verpasste und nun mitten in einem aufregenden Abenteuer steckt.

Das muss man dieser chaotischen Bootstour lassen: Sie verläuft wirklich fantasiereich und reichlich verrückt. Da hat sich das Team aus vier Autoren - meist kein gutes Zeichen - reichlich was einfallen lassen. Ein Spiegelkabinett sogar oder die immer wieder erstaunlichen Einrichtungs-Einfälle von Finny. Und wie schon an der Hauptfigur zu sehen war, auch in einer Kristallhöhle eine große Freude an leuchtenden Neon-Farben. Gejagt von zwei hungrigen Flughunden muss sich das grimmige, eigenständige Mädchen mit dem geselligen, kuscheligen Einrichtungsspezialisten Finny anfreunden. Bald sind sie mit dem dicken bemoostem Landwal Obesey und seiner winzigen parasitären Schnecke Stayput sehr langsam aber stetig auf der Flucht vor der Flut. Die nette Geschichte mit den meist sympathischen Figuren ist dabei mit vielen guten Ideen auch noch spannend und action-reich.

Regisseur Toby Genkel war nicht nur 2003 an „Werner - Gekotzt wird später!" beteiligt, auch „Das doppelte Lottchen" (2007) oder „Thor - Ein hammermäßiges Abenteuer" (2011) tragen seine Handschrift.

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