21.7.15

It Follows

USA 2014 Regie: David Robert Mitchell mit Maika Monroe, Keir Gilchrist, Daniel Zovatto 100 Min. FSK: ab 12

Es ist ein Horror, wie Teenager nach den ersten sexuellen Erfahrungen immer in ihr gräuliches Unglück rennen. Nur diesmal nicht, denn „It follows" ist sehr, sehr guter Indie-Horror mit Stil und Verstand: Die erste Tote im Schock-Epilog wird wie eine surreale Dali-Figur abgeknickt, dazu übersteuerte Synthesizer-Klänge wie einst bei „Halloween". Aber dann umhüllen die sorgsamen Bilder die junge Jay (Maika Monroe) mit der Verträumtheit des behüteten Erwachsenenwerdens von Sofia Coppolas „The Virgin Suicides" in einer aufgeräumten Vorstadt, unter der etwas von David Lynch lauern könnte. Es ist selbstverständlich die verbotene, reizvolle und bedrohliche Sexualität, die auch hier Auslöser ist. Nicht für ein automatisiertes Abstrafen, sondern für eine unheimliche Bedrohung.

Der Sex gibt etwas weiter in „It follows", Jay bekommt es von einem eigentlich netten Typen. Samt Bedienungsanleitung: Es kommt in unterschiedlicher Gestalt zu dir, als Fremder oder Bekannter. Entweder gibst du es wieder weiter oder es bringt dich um. Die sehr originelle Bedrohung durch leicht vermoderte, immer wechselnde Gestalten, die nur Jay sehen kann, steigert sich zu packender Höchstspannung. Denn die wandelnden Leichen sind langsam, aber trotzdem tödlich. Das erinnert etwas an den herrlichen Kurzfilm „The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon" über den Tod durch einen Teelöffel. Ist aber mit unbekannten, aber guten Darstellern, langsam anziehender Spannung und der großartigen Bildgestaltung von Kameramann Mike Gioulakis ein seltener Glücksfall im Horror-Genre.

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