8.7.15

Für immer Adaline

USA 2014 (The Age of Adaline) Regie: Lee Toland Krieger mit Blake Lively, Michiel Huisman, Harrison Ford, Ellen Burstyn 113 Min. FSK: ab 6

Sie ist wahrlich die charmanteste 100-Jährige der Leinwandgeschichte: Adaline Bowman (Blake Lively) sieht aus wie 29 weil sie 1935 nach einem Autounfall mit Blitzschlag aufhörte zu altern. Nach Jahrzehnten, in denen sie ihre Mitmenschen dahinwelken sah, hatte sie jedoch der Liebe abgeschworen. Erst Ellis Jones (Michiel Huisman) ändert dies, tatsächlich ein besonderer Mann, mit erstaunlich vielen faszinierenden Eigenschaften. Und dazu noch ein grandioser Romantiker.

Ein Romantiker ist der Film dann nach dem netten Kennenlernen von Adaline und Ellis auch. Selbst wenn sich bei ihr immer wieder bittere Erinnerungen an Abschiede dazwischen drängen. Zum Glück stirbt in der Gegenwart gerade ihr Hündchen, so dass Bedarf nach einem neuen Partner und Platz für Ellis entsteht. Alles wunderschön und dies auch einschmeichelnd inszeniert. Doch ausgerechnet der Papa von Ellis (Harrison Ford) ist eine alte Liebe von Adaline. Nun stehen sich zwei Liebesgeschichten in einem seltsamen, fast ödipalen Dreiecks-Verhältnis im Weg.

Schöne Kostüme in reizvollen Kulissen aus den verschiedensten Epochen der letzten hundert Jahre, gute Kameraarbeit - all das sieht gut aus. Die eher unbekannte Hauptdarstellerin Blake Lively erstrahlt als unberührbare Schöne. Eine Gejagte, die keine Fotos von sich nehmen lässt und ihre Adresse nie verrät, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter pflegt, die allerdings mittlerweile das Alter ihrer Großmutter hat. Wirft man jedoch einen Blick zurück auf die großen „Ewigen" der Literatur, auf De Beauvoirs „Alle Menschen sind sterblich" oder Virginia Wolffs „Orlando", dann kommt Adalines Geschichte reichlich dünn daher. Mehr eine Romanze mit einem Twist, wobei dieser diesmal aus einem scheinbar unendlichen Leben besteht.

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