7.7.15

Big Business - Außer Spesen nichts gewesen

USA, BRD 2014 Regie: Ken Scott mit Vince Vaughn, Tom Wilkinson, Dave Franco, Sienna Miller, Nick Frost, Uwe Ochsenknecht 92 Min. FSK: ab 12

Passend zur Zweidrittelgesellschaft aus wenigen Reichen und vielen Abgehängten gibt es jetzt auch einen Eindrittelfilm: „Big Business" kann man getrost erst ignorieren und dann vergessen - bis auf das letzte Drittel. Das erinnert dann tatsächlich an die anderen Filme des kanadischen Regisseurs Ken Scott: „Starbuck" aus 2011 und das US-Remake „Der Lieferheld".

Dan Trunkman (Vince Vaughn) legt gegenüber seiner Chefin (Sienna Miller) einen stolzen, aber doch peinlichen Abgang hin. Zusammen mit zwei Typen, die zufällig gleichzeitig aus der Firma rausfliegen, gründet er ein konkurrierendes Unternehmen, das ein Jahr später mit der Ex-Chefin um einen großen Auftrag kämpft. Das ist über lange, lange, sehr lange Strecken mit den zwei kindischen Kollegen eine schwer erträglich Blödheit, so voll beladen mit Peinlichkeiten und unglaublichen Problemen, dass der Film überhaupt nicht ans Laufen kommt. Obwohl Vince Vaughn mit Tom Wilkinson und Dave Franco zwei gute Schauspieler zur Seite gestellt werden, obwohl der Komiker Nick Frost toll einen heimlich schwulen kleinen Angestellten hinlegt.

Wilkinson gibt den frustrierten, nie geliebten Senior, der noch etwas Geld für seine Scheidung verdienen will. Dave Franco einen extrem dummes und schüchternes Jüngelchen. Der eine noch ein Kind, der andere noch nicht reif für die Rente. Vaughns sympathischer Verlierer tritt zwischen heftig herein brechenden familiären Problemen in Jogging-Sachen seiner Frau zu Geschäftsgesprächen und im Anzug in der Sauna auf. Zur Steigerung verlagert sich das Ganze sinnlos nach Berlin, da kann ja alles passieren und Studio Babelsberg hatte auch Geld für diesen Schrott übrig.

Wer allerdings aus welchen Gründen auch immer (Schlaflosigkeit, Masochismus, mieser Job) dabei bleibt, erlebt kurz vor Terminus, wie aus dem Scheitern der Geschäfte fast absurd das richtige Leben erwächst. Einquartiert in Jugendherberge und Kunstausstellung saufen, feiern und kiffen sich die Drei zum Durchblick in Sachen besserer Lebensführung. Bevor sie dann in den letzten Minuten dank dieser Abwendung vom us-amerikanischen Erfolgsstreben doch wieder den US-Erfolg genießen können. Aber sicherlich nicht an der Kinokasse!

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