21.7.15

Becks letzter Sommer

BRD 2015 Regie: Frieder Wittich mit Christian Ulmen, Nahuel Pérez Biscayart, Eugene Boateng, Friederike Becht 99 Min. FSK: ab 12

Nur ein junges Talent kann den Enddreißiger und Musiklehrer Robert Beck (Christian Ulmen) aus seiner Lethargie erwecken: Rauli (Nahuel Pérez Biscayart), ein Einwanderer aus Litauen, ist schlecht in der Schule, aber ein guter Gitarrist. Beck will nun mit dem Jungen seine gescheiterten Träume von einer Musikerkarriere erfüllen. So weit, so verständlich und mit neuer Freundin für Beck ganz nett verlaufend. Doch Becks Entscheidung, die Karriere des Zöglings für die eigenen Songs aufs Spiel zu setzen, und als das nicht klappt, völlig auszurasten, all das wirkt willkürlich und nicht nachvollziehbar. Beim Andrehen der dramaturgischen Schraube (Koautor: Oliver Ziegenbalg, „13 Semester", „Russendisko", „Frau Müller muss weg") fällt dann gleich alles auseinander: Dass der gute Freund Charlie (Eugene Boateng) zusammenbricht, die neue Freundin (Friederike Becht) nach Italien zieht und dann auch noch der Hund vom Freund überfahren wird. Nach einem kurzen Schwenk ins Tragische bringt auch die Unterstützung von Roadmovie-Routinen keine substantielle Verbesserung.

Nach Benedict Wells gleichnamigen Roman hat „Becks letzter Sommer" gut gewählte Darsteller, aber nur einige gute Momente, denen der Zusammenhang fehlt. Bewährt ist der Charme von Ulmen wieder als ein kindlicher Teddybär, der sich ab und zu raus traut, um im richtigen Leben was zu bewegen. Der durchgehend nette Unterhaltungsfilm hat mit Nahuel Pérez Biscayart als hoffnungsvolles Talent Rauli eine passende, aber nicht umwerfende Figur dabei.

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