14.7.15

Amy (2015)

Großbritannien 2015 Regie: Asif Kapadia 128 Min. FSK: ab 0

„They tried to make me go to rehab / But I said no, no, no!" - Sie wollten, dass ich einen Entzug mache / aber ich sagte Nein! Das Ausmaß in dem auch Amy Winehouse öffentlich mit ihrer selbstzerstörerischen Karriere kokettierte, lässt einen im Nachhinein immer noch schaudern. Regisseur Asif Kapadia brachte seine Erfahrung in posthumer Heldenverehrung von „Senna", dieser anderen Toten-Doku, mit ein.

Von einem Geburtstagsständchen über kaum geschminkte Privat-Aufnahmen im Auto geht es mit der äußerst talentierten Amy Winehouse bald ins Tonstudio. Das ist sie dann: Die Stimme! Dazu das Talent und das bekannte Abrutschen mit zu vielen Drogen bis zur Mitgliedschaft im makabren Club der 27er durch den frühen Tod am 23. Juli 2011. Denn auch dieser Film ist nach Jean Cocteaus Ausspruch „dem Tod bei der Arbeit zusehen".

Allerdings als eher braves chronologisches Sichten des kurzen Lebens über viele private Archiv-Aufnahmen und Kommentare von Zeitzeugen, strukturiert mit Hilfe ihrer Songs. Dies ist auch der Film von Nick Shymansky, einem Freund von Winehouse, der in den Archiv-Schnipseln selbst vorkommt und vom dem die Initiative zum Film stammt. Außerdem sind da noch der geldgierige Vater, der drogensüchtige Partner und die böse Presse. Die Dokumentation für Fans bleibt im Widerspruch zum Versprechen des Untertitels „The girl behind the name" doch an der Oberfläche und bietet den Anhängern nicht viel Neues. Aber zum Glück singt sie relativ oft. Und trotz der nicht besonders inspirierten oder gelungenen Machart bleibt die Kraft der Bilder. Ein Gesicht im Verfall - das ist sehr unvermittelt „dem Tod bei der Arbeit zusehen".

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