10.6.15

Love & Mercy

USA 2014 Regie: Bill Pohlad mit John Cusack, Paul Dano, Elizabeth Banks, Paul Giamatti 120 Min. FSK: ab 6

„God only knows ...." - Gott allein weiß, was die hier machen wollten. Nun ist die Geschichte der „Beach Boys" ebenso faszinierend wie ihre Musik, die sich vom kalifornischen Surf-Sound der 1960er-Jahre hin zum epochalen Konzeptalbum „Pet Sounds" entwickelte.

Brian Wilson war der kreative Kopf der Familienband „Beach Boys" und ist der einzige Überlebende der drei Wilson-Brüder. Was schon ein Wunder ist, wenn man diesen Film sieht, der sich auf Brians Lebenskrise konzentriert und die Entwicklung der Band als Hintergrund-Geräusch mitlaufen lässt. Wir lernen Brian Wilson (John Cusack) Anfang der 90er-Jahre vor allem als psychisches Wrack unter totaler Kontrolle des ekligen Therapeuten Eugene Landy (Paul Giamatti) kennen. Genau wie die Autoverkäuferin Melinda Ledbetter (Elizabeth Banks), die sich in Brian verliebt und ihn schließlich aus der Medikamenten- und Therapeuten-Abhängigkeit rettet.

In Rückblenden zeigt „Love & Mercy" Brians Emanzipation von einem übermächtigen, prügelnden Vater, die Zweifel an all den genialen Einfällen, die heute Musikgeschichte sind. Oder eher krampfhaft die Entstehung von „Good vibrations" in noch so einem bunten Drogen-Rausch. Das Ergebnis allerdings bringt keine guten Schwingungen. Trotz des guten Spiels von Cusack als altem und der großartigen Darstellung von Paul Dano als jungem Brian Wilson. Viel Psychodrama, schlecht inszeniert und montiert. „This is the worst trip I've ever been on..." Da kann man nur den Seitenblick auf eine freie, poetische Wilson-Episode in „Grace of my heart" empfehlen. Es wäre also schön, wenn das Thema jemand noch mal anständig umsetzt... Wouldn't it be nice?!

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