10.6.15

Jurassic World

USA 2015 Regie: Colin Trevorrow mit Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D'Onofrio 124 Min. FSK ab 12

22 Jahre nach dem Original „Jurassic Park" von Steven Spielberg, nach einem Buch von David Koepp und dem Roman von Michael Crichton, und 12 Jahre nach dem schwachen dritten Teil wird nun der große Dino-Hype wieder ausgegraben und mit noch mehr digitalen Tricks aufgefrischt.

„Jurassic World" ist sicherlich der vorhersehbarste Film der Dekade, denn dass auf der Isla Nublar mit seinem Dino-Freizeitpark etwas mit den Tierchen schief gehen wird, ist fast so sicher zu erwarten, wie eine eher dünne Handlung.

Zwei Jungs, deren Eltern die Scheidung vorbereiten, machen Ferien bei der gestresste Tante Claire (Bryce Dallas Howard), die Managerin von Jurassic World ist. Gerade als eine neue Genmutation - größer, stärker, klüger - ausbricht und erst die altmodischen Saurier und dann die Gäste jagt. Jetzt kommen auch noch privatwirtschaftliche Militärs (unter Führung von Vincent D'Onofrios trefflich intrigantem Anführer) zum Einsatz, die Velociraptoren als Verbündete einsetzen wollen. Ganz schlechte Idee!

Aber wenigstens mal eine Idee, denn das weitgehend humorlose Großtiergetrampel kann ansonsten nur mal mit einem futurischen Gyroscope-Gefährt als Bowlingkugel zwischen Saurierbeinen aufwarten. Erst ab der zweiten Hälfte gibt es wenigstens Spannung von der Stange mit nerviger Musik-Einpeitschung. Wenn auch immer wieder durch ein albernes, zerstrittenes Pärchen auf Rettungsmission (Bryce Dallas Howard, Chris Pratt) und Gequatsche gebremst. So füttert der altmodische Familien- und Spannungs-Film wenigstens halbwegs die gierige Bestie des Genrepublikums mit ein paar abgestandenen Fleischresten. Bis zum Finale auf dem Niveau von King Kong vs Godzilla.

Auffällig war im Vorfeld, dass der Produzent seinem Film selbst nicht traute und ihn bis zur letzten Minute geheim hielt. Er versuchte sogar, Kritiken vor dem Filmstart zu zensieren. Verständlich, denn weder Regisseur Trevorrow noch die Autoren sind bislang besonders aufgefallen. Chris Pratt war super in "Guardians of the Galaxy", aber hier als humorloser Warner und sensibler Dino-Flüsterer Owen ist er nahe an einer Lachnummer.

Mag auch der neue Held im prähistorischen Vergnügungspark großer, schneller, klüger und gemeiner als der T-Rex sein, der neue Film „Jurassic World" ist ein Zwerg im Vergleich zum historischen Giganten Spielberg. So darf letztlich T-Rex wieder herrschen.

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