23.6.15

Atlantic

Niederlande, Belgien, BRD, Marokko 2014 Regie: Jan-Willem van Ewijk mit Fettah Lamara, Thekla Reuten, Mohamed Majd 95 Min. FSK: ab 0

Während der marokkanische Fischer Fettah (Fettah Lamara) mit dem Surfbrett entlang der Atlantikküste versucht, Europa zu erreichen, erinnert er sich an das Leben, dem er entfliehen will. Der exzellente Windsurfer wählt die gefährliche, 300 Kilometer lange Strecke, weil die Meeresenge von Gibraltar scharf überwacht wird. „Atlantic" erlaubt sich lange einsame Sequenzen ohne Dialog auf dem Meer, dann zu schwebender Musik Fettahs Ausflüge in die reichen Bereiche der Touristen, wo er als Surf-Lehrer als Freund und gleichwertig behandelt wird - für die Urlaubstage. Verliebt in eine niederländische Touristin, die ihn an die verstorbene Mutter erinnert, driftet sein Leben immer mehr ab.

Einen großen Teil überlässt der Film fast meditativen Surf-Sequenzen mit eindrucksvollen Aufnahmen der Meeres-Weite und poetisch klingenden, arabischen Off-Texten sowie Liedern. In den Kommentaren spricht Fettah von einem kleinen Mädchen, dass er zurückließ oder von seiner Mutter. Die Mischung aus einer musikalischen Stimmung wie in Albinonis Adagio und den bedeutungsschweren Off-Texten erinnert entfernt an den assoziativen Montagestil von Terrence Malick. Doch dann sind da wieder die eindrucksvollen Surfbilder wie aus einem Sportfilm. Dank der präsenten Spiels von Fettah Lamara als Fettah ist „Altantic" mehr als ein ansehnliches Bildspektakel. In einigen Momenten spannend und generell eher poetisch als mit Thesen eine ungewöhnliche Flüchtlingsgeschichte erzählend.

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