10.6.15

8 Namen für die Liebe

Spanien 2014 (Ocho Appelidos Vascos) Regie: Emilio Martínez-Lázaro mit Clara Lago, Dani Rovira, Carmen Machi, Karra Elejalde 99 Min. FSK: ab 6

Wie würde „Willkommen bei den Sch'tis" auf Baskisch lauten? Auf jeden Fall mit vielen X und K, die es im Norden Spanien genauso häufig gibt wie den Regen. Um die Klischees zu komplettieren, sorgen noch ein paar ETA-Scherze für bombige Stimmung. Damit ist der Ton gesetzt für diese interkulturell spanische Liebes-Komödie. Denn als sich der Kellner Rafa (Dani Rovira) in Sevilla erst mit der sitzengelassenen baskischen Braut Amaia (Clara Lago) prügelt und danach mit ihr im Bett landet, verliebt er sich auch noch in die Frau vom anderen Stern. So vom spanischen Horizont her gesehen. Und so bricht der nicht sehr weltgewandte Jüngling tapfer auf in den Norden zu der ruppigen Frau, die nicht mehr viel von ihm weiß und vor allem nichts von ihm wissen will.

Bis Amaias Papa Koldo (Karra Elejalde) überraschend im Hafen landet und den Bräutigam kennenlernen will, von dem er auf hoher See gehört hat. Nun soll Rafa mit rudimentären Kenntnissen des Baskischen einen statthaften Schwiegersohn mimen. Was er so gut macht, dass er sogar zum Anführer des Widerstands wird. Bestes Komödienmaterial also. Mit den üblichen Peinlichkeiten um den ruppigen Schwiegervater, ein paar Verwechslungsszenen, einer doppelten Portion Romantik und einem Happy End, das selbst die Verliebten ziemlich kitschig finden.

Es sind spezielle spanische Verhältnisse, bei denen einen die Telefongesellschaft nicht nur auf Kastillisch und Catalan, sondern auch Gallizisch und selbstverständlich Baskisch begrüßt - sonst gibt's Ärger! Das durchschaut der einfache Spanientourist nicht immer in Gänze, aber ihm erscheinen dabei auch ein paar der Platituden nicht ganz so platt. So unterhalten die „8 Namen für die Liebe", die im Original eigentlich acht Familiennamen sind, recht nett und sogar erdkundlich informativ.

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